Kita nach Starkregen komplett überflutet – obwohl das Gebäude neu ist

rnWasserschäden

Die Kita Maulwurf in Eichlinghofen hat arbeitsreiche Wochen hinter sich. Nach einem Wasserschaden muss die Einrichtung umziehen. Kurios: Das Gebäude ist gerade mal zwei Jahre alt.

von Alexandra Wachelau

Eichlinghofen

, 15.11.2019, 10:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der Kita Maulwurf am Stortsweg 50 in Eichlinghofen wird fleißig gepackt. Eltern, Erzieher und fast 40 Kinder wuseln durch die Gegend. Wasserschäden, Umzugsstress und laufender Kita-Betrieb.

Diesen Umständen entsprechend wirken Sonja Jacobs, Vorstand der Elterninitiative, und Kita-Leiterin Tina Sacharzek noch recht entspannt. „Es ist für uns eine unglaubliche Erleichterung, dass wir so schnell umziehen konnten“, sagt Sacharzek. Den Schock wird sie trotzdem nicht so schnell vergessen.

Kita nach Starkregen komplett überflutet – obwohl das Gebäude neu ist

Die Kartons sind so gut wie gepackt: Sonja Jacobs (l.) und Tina Sacharzek (r.) können am Montag mit ihrer Einrichtung umziehen. Wann sie wieder in das Gebäude am Stortsweg zurückkönnen, wissen sie noch nicht. © Alexandra Wachelau

In der Nacht des 30. September regnete es – so stark, dass die Abwasserleitungen an der Kita offensichtlich nicht mehr mitkamen. „Ich bin aus allen Wolken gefallen, als ich am Morgen die Nachricht bekam“, sagt Sacharzek. Das Wasser stand zentimeterhoch. Und obwohl der vordere Teil der Kita komplett überflutet war, haben Tina Sacharzek und ihr Team den Kita-Betrieb nicht eingestellt.

Aufräumarbeiten bei laufendem Betrieb

„Wir haben die Kinder im wahrsten Sinne des Wortes über die Fluten getragen“, sagt Sonja Jacobs. Während sich Kinder und Erzieher im hinteren Teil der Kita aufhielten, wurde der Eingangsbereich aufgeräumt: „Jeder hat mit angepackt, das war wirklich Wahnsinn“, sagt sie.

Das Wasser war so schnell weg. Doch die Ungewissheit blieb: Zwar wurde kein Schimmel gefunden, wie Gutachter bestätigten, doch ein Umzug war nach diesem Ereignis unumgänglich.

Kita nach Starkregen komplett überflutet – obwohl das Gebäude neu ist

Die Wasserkante war auch nach dem Abpumpen des Regenwassers noch gut sichtbar. Auch in der Kita stand das Wasser im Eingangsbereich zentimeterhoch. © Kita Maulwurf

Bezirksbürgermeister Hans Semmler hat sich der Angelegenheit schließlich persönlich angenommen. „Herr Semmler war wirklich eine große Hilfe. Er hat in nur zwei Tagen ein tolles Ausweichquartier für uns gefunden, nachdem klar war, dass wir umziehen müssen“, sagt Sonja Jacobs.

Am Montag (18.11.) wird die Kita Maulwurf an der Kieferstraße 39 einziehen. Vorher war dort eine Physiotherapeutische Praxis, daher ist sogar eine Turnhalle für die Kinder vorhanden.

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Versicherung zahlt den Bus für die Kinder

Wie lange sie sich am neuen Standpunkt aufhalten werden, wissen sie noch nicht genau. „Die Versicherung hat von drei bis fünf Monaten gesprochen“, sagt Sacharzek. Obwohl sie mit der Lösung an der Kieferstraße zufrieden sei, ist es doch keine Dauerlösung: „Wir haben dort kein Außengelände für die Kinder. Wir werden viel Bus fahren müssen – den bezahlt zum Glück die Versicherung“, sagt Sacharzek.

In das Gebäude am Stortsweg möchte sie wieder zurück: „Aber nur, wenn wir zu hundert Prozent wissen, dass alles wieder trocken ist und vor allem: dass so etwas nicht noch einmal passieren kann. Sonst ist es für uns keine Option.“

Neues Gebäude kann dem Regen nicht standhalten

Das Gebäude der Kita liegt in einer Senke. Das Regenwasser der umliegenden Straßen hat sich Ende September vor dem Eingangsbereich gesammelt und ist schließlich durch die Vordertür ins Gebäude gedrungen.

Dabei wurde die Einrichtung erst vor zwei Jahren fertiggestellt. „Wir haben uns da wirklich drauf gefreut, nachdem wir zwei Jahrzehnte in einem in die Jahre gekommenen Container in Barop gewohnt haben“, sagt Sacharzek.

Kita nach Starkregen komplett überflutet – obwohl das Gebäude neu ist

Die Kita liegt in einer Senke. Nach einem Starkregen ist das Wasser von den umliegenden Straßen teilweise in das Gebäude geflossen. © Alexandra Wachelau

1992 wurde die „Kita Maulwurf an der Universität Dortmund e.V.“ als Elterninitiative gegründet, drei Jahre später wurden die ersten Kinder in die Betreuung aufgenommen. 20 Jahre lang hatte die Kita keinen festen Standpunkt. Nun muss sie wieder umziehen – neben der Erneuerung der Böden und Wände muss an dem Neubau noch einiges geprüft werden.

Doch bis dahin bleibt das Team der Kita positiv gestimmt. Zumindest die Kinder haben die Aufregung der letzten Wochen gut verdaut: „Wir verkaufen den Umzug sozusagen als gemeinsame Urlaubsfahrt, das finden die Kinder natürlich super“, sagt Tina Sacharzek.

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