Zurück zum Kita-Regelbetrieb: Eltern und Mitarbeiter sind besorgt

rnKindertagesbetreuung

Seit Anfang Juni hat die Kindertagesbetreuung in Nordrhein-Westfalen nur eingeschränkt stattgefunden. Ab dem 17. August geht es zurück in den Regelbetrieb. Kitas in Dortmund äußern Bedenken.

Dortmund

, 10.08.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das neue Kita-Jahr hat am 1. August begonnen. Der Regelbetrieb in den Kindertagesstätten wird am 17. August wieder aufgenommen. Eigentlich sollte der eingeschränkte Betrieb in den Kitas bis zum 31. August weitergehen. Das wurde jedoch vom Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen früher aufgehoben.

Grund war der Wunsch vieler Eltern, den Regelbetrieb in den Kitas mit der Schulöffnung gleichzustellen. Die Öffnung des Regelbetriebs ist unbefristet, kann bei zu hohen Infektionszahlen jedoch wieder eingeschränkt werden.

Angst vor Regelbetrieb in Kindertagesstätten

Neben der Freude, der Normalität des Alltags wieder ein Stück näher zu kommen, werden bei der Wiederaufnahme des geregelten Betriebs auch Bedenken laut. „Die Eltern sind froh, dass sie ihre gewohnte Tätigkeit wieder aufnehmen können. Trotzdem äußern sie Angst und Bedenken“, sagt Petra Bock, Betriebsleiterin im Elementarbereich der Awo Dortmund.

In den vergangenen Wochen sind die Corona-Infektionszahlen erneut stark gestiegen. „Kollegen haben Angst, dass Familien krank aus dem Urlaub zurückkommen“, sagt Petra Bock. „Wir hoffen auf die Vernunft der Eltern und dass niemand krank aus dem Urlaub in die Kita zurückkommt.“

Infektionsrisiko gering halten

Wenn ab dem 17. August alle Kinder auf einmal zurück in die Kitas kommen, sieht Petra Bock von der Awo ein Problem darin, den Mindestabstand einhalten zu können. „Wir wollen das Risiko so minimal wie möglich halten. Wenn es geht, sollen Kinder an den Eingängen in Empfang genommen werden, damit die Eltern nicht das Gebäude betreten müssen“, sagt Bock. Ebenfalls gibt es ein strenges Hygienekonzept und große Veranstaltungen sowie Versammlungen fallen aus.

Kaum Einschränkungen im Regelbetrieb

Die Familienergänzenden Bildungseinrichtungen für Kinder in Dortmund (Fabido) starten mit wenig Einschränkungen in den Regelbetrieb ihrer Kindertagesstätten. Die Kinder werden wie gewohnt die vollen Stunden in der Kita betreut.

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„Sonst ändert sich nicht so viel. Es wird mehr gereinigt und die Hygieneregeln müssen streng eingehalten werden“, sagt Andrea Widow, Pressesprecherin der Fabido. „Außerdem sollen sich verschiedene Kita-Gruppen nicht untereinander mischen.“

Eingewöhnungsphase unter Corona-Bedingungen

Ebenfalls erschwert wird die Eingewöhnungsphase, die zum Start des Kita-Jahres für die neuen Kinder zurzeit stattfindet. Neue Kindergartenkinder starten mit einem Elternteil in der Kita, um sich an die ungewohnte Umgebung zu gewöhnen. Die Eingewöhnungsphase ist von Kind zu Kind unterschiedlich lang.

Dabei sei zu beachten, dass corona-bedingt alle Erwachsenen einen Mund- und Nasenschutz tragen müssen. Außerdem müssen hier ebenfalls der Mindestabstand von 1,5 Metern und die gängigen Hygieneregeln (Hände desinfizieren/waschen, Niesen in Armbeuge etc.) eingehalten werden.

Veränderter Kita-Alltag

Viel desinfizieren, Abstand halten und sein Frühstück untereinander nicht tauschen - so sehe der neue Kita-Alltag aus, wenn ab dem 17. August der Regelbetrieb wieder aufgenommen werden darf. „Alle Mitarbeiter, Eltern und Kinder wünschen sich die Zeit vor Corona zurück. Da war vieles einfacher und unbeschwerter“, sagt Stadtsprecherin Anke Widow im Namen der Fabido. „Aber alle helfen mit, damit die Kinder nicht so viel vom veränderten Kita-Alltag mitbekommen.“

In einer früheren Version war die Rede von Einschränkungen in Kindertagesstätten der Fabido und dass die Kinder dort zehn Stunden weniger pro Woche betreut werden. Diese Regelung gelte ab dem Wiederbeginn des Regelbetriebs nicht mehr.

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