Weg zur Kita und Grundschule ohne Licht: Eltern und Kinder müssen über die dunkle Wiese

rnKita- und Schulweg

Ein ausgezeichneter Fuß- und Radweg ohne eine einzige Laterne: Geht gar nicht, finden die Anwohner einer Dortmunder Neubausiedlung. Schließlich führt der Weg zur Kita und Grundschule.

Jungferntal-Rahm

, 04.03.2020, 13:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Asphaltiert ist der Weg nicht, aber befestigt. Er wird regelmäßig frei geschnitten und ist mit einem Schild offiziell als Fuß- und Radweg ausgezeichnet. Trotzdem gibt es auf einer Gesamtlänge von circa 100 Metern keine einzige Laterne.

Die Laternen an den Straßen Zum Kniepacker und Boschstraße, an denen der Weg beginnt und endet, stehen zu weit weg, um ihn zu beleuchten. „Alle Nachbarn, vor allem die mit Kindern, wünschen sich schon lange eine Beleuchtung für den Weg“, sagt Julian Mika.

Er wohnt mit seiner Frau und seinem kleinen Sohn im Neubaugebiet Rahmer Wald, wo viele Familien mit Kindern im Kita- und Grundschulalter leben. Tagsüber können die Kinder den Weg problemlos alleine gehen.

Aber früh am Morgen und abends, wenn es dunkel ist, machen sich die Eltern Sorgen. Manche Kinder machen sich wie Weihnachtsbäume mit Blinklichtern behangen auf den Weg zur Jungferntal-Grundschule. Die Jüngeren werden von ihren Eltern zum Astrid-Lindgren-Kindergarten begleitet.

Auch die Erwachsenen fühlen sich unwohl

„Wir gehen hier eigentlich alle gerne so viele Wege zu Fuß wie möglich“, erklärt Julian Mika. „Aber hier fühlt man sich im Dunkeln auch als Erwachsener unwohl.“ Der Weg sei schließlich nicht nur ein Kita- und Schulweg.

„Viele Jungferntaler nutzen ihn als Abkürzung zur Rahmer Straße und zur Haltestelle der RB43 Emschertal-Bahn“, sagt Mika. Auch weiter in Richtung Revierpark Wischlingen sei der Weg beliebt bei Spaziergängern und Ausflüglern.

Im Hellen ist der Weg kein Problem für Kinder und Erwachsene. Im Dunkeln können Kinder hier jedoch kaum noch alleine her.

Im Hellen ist der Weg kein Problem für Kinder und Erwachsene. Im Dunkeln können Kinder hier jedoch kaum noch alleine her. © Carolin West

Die Anwohner des Neubaugebiets Rahmer Wald und der Siedlung rund um die Röntgenstraße haben sich bereits an die Huckarder CDU gewandt, die bei einem Rundgang „Angsträume“ gesammelt hat.

Allerdings zog die CDU-Fraktion den Antrag, den Weg zu beleuchten, in der Dezember-Sitzung 2019 zurück. Die Bezirksvertretung hatte entschieden, fraktionsübergreifend Angsträume im Stadtbezirk zu definieren und einen neuen Antrag zu formulieren.

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Beleuchtung sollte schnell kommen

Die CDU habe zu viele Punkte aufgelistet, so die Meinung der übrigen Bezirksvertreter. Es sollte um deutlich weniger Angsträume gehen, die dafür umfassend angegangen werden. Bislang gibt es jedoch keinen neuen Antrag bezüglich des Weges zwischen Kniepacker und Boschstraße.

Die Anwohner wünschen sich allerdings eine möglichst schnelle Lösung des Problems. Zwar sei die dunkle Jahreszeit bald vorbei, jedoch sollte zum kommenden Herbst möglichst eine Lampe am Wegesrand stehen.

„Über den Sommer ist ja eigentlich ausreichend Zeit, um da etwas zu tun“, sagt Julian Mika.

Eine Anfrage unserer Redaktion an die Stadt, ob eine Beleuchtung für den Weg kommt und welche Gründe möglicherweise dagegen sprechen, läuft seit Ende Februar.

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