Kitas bleiben am Freitag zu - Notdienst ist eingerichtet

verdi-Streik

DORTMUND Am Freitag treten nach einer Urabstimmung Erzieher in den Streik: 105 von 108 städtischen Kindertagesstätten in Dortmund bleiben geschlossen. Wobei die drei Ausnahmen nur für absolute Notfälle da sind.

von Von Susanne Riese

, 14.05.2009, 18:01 Uhr / Lesedauer: 1 min
Um bessere Bezahlung und Gesundheitsschutz geht es den Streikenden.

Um bessere Bezahlung und Gesundheitsschutz geht es den Streikenden.

Mit den Erziehern kämpfen auch die Beschäftigten der Sozialdienste und Jugendämter für einen Gesundheits-Tarifvertrag und mehr Geld. Rund 1500 Streikende erwartet verdi allein in Dortmund. Nach der Auftaktveranstaltung um 9 Uhr am Stadthaus zieht ein Demo-Zug durch die Innenstadt zum Katharinentor, wo um 11 Uhr eine Abschlusskundgebung geplant ist. "Es ist jetzt schon klar, dass es nächste Woche weitergeht", sagt verdi-Gewerkschaftssekretär Michael Steinmetz. "Wir werden den Druck auf die Arbeitgeber kontinuierlich erhöhen."

Für Eltern wie Beate Gramsch, deren einjährige Tochter und fünf Jahre alter Sohn die Kita Tausendfüßler in Huckarde besuchen, wird's dann richtig eng. "Diesmal hat mein Mann sich frei genommen", sagt die berufstätige Mutter. Wie sie die kommende Woche überbrücken soll, ist ihr ein Rätsel. Für die Forderungen der Erzieher hat sie Verständnis, aber der Streik treffe die Falschen. "Wir sind schon die Leidtragenden der schlechten Betreuung, jetzt werden wir doppelt gestraft."Kitaplätze für Notfälle

Für eine begrenzte Zahl an Härtefällen hält Fabido Ausweichmöglichkeiten bereit (Zuteilung über Fabido, Tel. 5026634). Sie sollen Kindern Platz bieten, deren Erziehungsberechtigte sonst in eine existenzielle Notlage geraten würden. Zum Beispiel, wenn sie wegen der fehlenden Kinderbetreuung nicht zur Arbeit gehen könnten, und deshalb auf Lohn verzichten oder gar um ihren Arbeitsplatz bangen müssten. Drei Einrichtungen mit je 30 Plätzen und zehn Mitarbeiterinnen haben in der Zeit von 7 bis 17 Uhr Bereitschaftsdienst.Notdienst anderer Bereiche Unter anderem wird es Notdienste geben in den Bereichen: betreuerische und nachsorgende Tätigkeiten, Leistungen zum  Wohnraumerhalt, Persönliche Betreuung für Flüchtlinge, Leistungen für Wohnungslose, erzieherische und wirtschaftliche Hilfen (z. B. AG Kinderschutz, Pflegekinderdienst, Jugendhilfedienst, Sozialpsychiatrischer Dienst). Steinmetz hofft, dass die Arbeitgeberseite einlenkt und so eine Eskalation verhindert werden kann. Für die Eltern hat der Gewerkschafter ein Trostpflaster: "Alles was wir tun, wird sich positiv auswirken auf die Situation in den Einrichtungen."

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