Klassenfahrten: Trotz des Terrors nach London

Umfrage an Dortmunder Schulen

Ist das noch zu verantworten? Klassenfahrten nach London, Paris oder Brüssel trotz Terrorgefahr gerade in den Metropolen? Eine nicht repräsentative Umfrage dieser Redaktion an einigen Schulen zeigt einen recht entspannten Umgang mit dem Risiko.

DORTMUND

von Von Mariana Bittermann

, 26.06.2017 / Lesedauer: 2 min
Klassenfahrten: Trotz des Terrors nach London

Trotz der Terrorgefahr fahren die meisten Schulen nach London.

Diesen Monat erst fuhren die Heinrich-Böll-Gesamtschule und die Robert-Koch-Realschule nach London und Paris. Besondere Vorkehrungen im Vergleich zu anderen Jahren seien nicht getroffen worden und auch die Eltern und Schüler hätten im Vorfeld keine Bedenken geäußert, teilten beide Schulen mit.

Bedenken um Unterkünfte

„Anschläge können ja auch überall passieren“, erzählt Ellen Kreis, Schulleiterin der Martin-Luther-King-Gesamtschule. Regelmäßig fahren etliche Klassen von dort nach London. Die größten Bedenken von Eltern bezögen sich dabei meistens auf die Unterkünfte in Gastfamilien.

„Ich glaube, besorgt sind wir alle ein bisschen, aber dass das auf die Klassenfahrten Auswirkungen hat, ist mir nicht bekannt,“ sagt Werner Volmer, Vorsitzender der Stadteltern. Das Leibniz-Gymnasium hingegen trifft inzwischen durch Programmänderungen Sicherheitsvorkehrungen bei seinen Fahrten nach London. So sollen die Schüler zum Beispiel seltener alleine in Kleingruppen unterwegs sein. „Und wir beobachten natürlich, wie sich die Situation in London entwickelt“, so Schulleiter Dr. Dennis Draxler.

Fürs nächste Schuljahr ist die Klassenfahrt nach London weiterhin geplant. Schließlich biete sich Großbritannien bei dem bilingualen Profil der Schule besonders an. „Leistungskurse können zum Beispiel Theaterstücke auf Englisch besuchen. Das hilft auch bei der Abiturvorbereitung“, so Draxler.

Junge Leute in Europa zusammenführen

Der Auftrag von Schulen sei es auch, junge Leute in Europa zusammenzuführen. Es sei verpflichtend, Fremdsprachen zu lernen, und da wollten die Schüler die auch anwenden, heißt es aus dem Mallinckrodt-Gymnasium. Gerade Paris sei kulturell enorm interessant, weshalb die Schule regelmäßig mit Französischklassen dahin fahre. Erst Freitag ist eine Klasse des Heinrich-Heine Gymnasiums nach Paris aufgebrochen. Alle Schüler und Lehrer haben laut Schuldirektor Detlef von Elsenau im Vorfeld gesagt, dass sie mitfahren wollen.

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