So geben jugendliche Klassenhelfer dem Realschüleralltag Struktur

Bundesfreiwilligendienst

Schülern zur Seite stehen, im Unterricht und danach: Das leisten Klassenhelfer von Insusdo. Für das neue Schuljahr werden noch welche gesucht. Sie sollten locker, aber nicht zu locker sein.

von Tobias Weskamp

Körne

, 15.07.2019 / Lesedauer: 3 min
So geben jugendliche Klassenhelfer dem Realschüleralltag Struktur

Die Bufdis (v.l.) Mouna Chaker, Lukas Borgstedt, Philipp Stefen, Jennifer Ifeh, Erik Sprungala und Meltem Sir haben mit Unterstützung durch Heike Klute (hinten) von Insusdo ein Jahr lang Schüler der Ricarda-Huch-Realschule unterstützt. © Tobias Weskamp

An der Ricarda-Huch-Realschule in der Innenstadt-Ost gibt es wie an vielen anderen Schulen Schülerinnen und Schüler, die Unterstützung brauchen. Für diese sind die Klassenhelfer da – Bundesfreiwilligendienstler - kurz Bufdis -, die ihnen im Schulalltag zur Seite stehen. So wie Erik Sprungala. „Wir waren als Vermittler zwischen den Schülern und den Lehrern im Einsatz“, beschreibt der 18-Jährige seinen zurückliegenden Einsatz.

Klassenhelfer ist Fulltime-Aufgabe

Die sechs Klassenhelfer an der Realschule waren generell für alle Schüler einer 5. Klasse da. „Es hat sich dann aber nach und nach gezeigt, wer wirklich Unterstützung benötigte“, erklärt Erik. „Das waren besonders zwei Schüler, die erst seit einem Monat in Deutschland waren und noch keine Sprachkenntnisse besaßen.“ Verständigt haben sie sich zunächst mit Übersetzungsdiensten aus dem Internet. „Die Schule hat aber ein Deutschförderprogramm, daher haben sie es zügig gelernt.“

„Es ist eine Vollzeitaufgabe“, erklärt Heike Klute von den Initiative Insusdo, die sich um die pädagogische Begleitung der Bufdis kümmert. „So können sie die Schüler gut kennenlernen.“ Den Bufdis ging es dabei vor allem darum, dass die Schüler dem Unterricht folgen konnten. Mittlerweile können es die beiden Schüler sehr gut: „Krass, was die in einem Jahr gelernt haben“, freut sich Erik.

Bufdis können auf die Kinder persönlich eingehen

„Wir helfen da, wo die Bedarfe am dringendsten sind, bieten aber keine regulären und re-finanzierbaren Schulbegleiter“, so Heike Klute. Neben dem Unterricht können die Klassenhelfer bei Betreuungen oder einer AG auf die Kinder persönlicher eingehen, auch auf inklusiv beschulte Schüler mit dem Förderschwerpunkt Lernen.

Die Unterstützung hing vom Lehrerwunsch ab. „Manche haben uns gestoppt, wenn sie nicht so viel Hilfe bei einer Aufgabe für nötig hielten, aber das kam selten vor“, so Erik. Er bemühte sich auch nicht allzu viel zu erklären. Auch bei Klassenfahrten waren er und die anderen Bufdis dabei.

Der Bufdi gibt den Schülern eine Struktur vor

Die Schüler wurden mit der Zeit immer lockerer. Es passiere oft, dass die Kinder sie als guten Freund sehen und nicht als Autoritätsperson. „Daher waren wir zwar eher freundschaftlich zu den Schülern, versuchten aber auch eine Struktur vorzugeben“, beschreibt Erik die Gradwanderung.

Aufmerksam wurde Erik auf das Angebot durch einen Artikel in dieser Zeitung.

Er hat das Jahr bei Insudo dazu genutzt, zu testen, ob seine beruflichen Pläne passen. „Ich möchte Lehramt auf Mathematik und Erziehungswissenschaften studieren“, erzählt er. Das Jahr habe ihm auf jeden Fall die nötige Sicherheit gegeben, wie er sagt. „Es ist etwas, was ich machen will und das mir Spaß macht.“

Für das Schuljahr 2019/2020 werden noch Bufdis gesucht, die Schülern helfen wollen. Um den neuen Jahrgang der Bufdis wird sich Katja Wachovius für Insusdo kümmern. Informationen gibt es unter info@insusdo.de.
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