Kleiner Stadtteil trauert um langjährige Schulleiterin

rnLoh-Grundschule

Die alte Loh-Grundschule war stets der Mittelpunkt des Stadtteils. Ihre ehemalige Leiterin Maria Gutsche wurde dem 34 Jahre lang gerecht. Jetzt ist die beliebte Pädagogin gestorben.

Loh

, 04.11.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im überschaubaren Stadtteil Loh gibt es nur wenige Familien, denen der Name Maria Gutsche nichts sagt. Die Pädagogin hat ihr gesamtes Berufsleben an der kleinen Grundschule im Ort verbracht, davon 13 Jahre als Schulleiterin. Am 17. Oktober ist Maria Gutsche im Alter von 86 Jahren gestorben.

Sicher hätten unter normalen Umständen, ohne die Beschränkungen durch die Corona-Pandemie, sehr sehr viele Trauergäste ihre Beisetzung begleitet. So wie Hunderte Schüler, Ehemalige, Lehrkräfte und Eltern sie an ihrem letzten Schultag an der Loh-Schule 1997 begleitet haben.

Sie bildeten damals ein nicht enden wollendes Spalier vom Wohnhaus der Familie Gutsche bis zur Schule an der Benninghofer Straße. Sie formierten fast einen Kilometer lebender Dankbarkeit und Anerkennung.

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Maria Gutsche begleitete viele Generationen

Mehrere Generationen hatte Maria Gutsche mit ihrem Einsatz und ihrer Warmherzigkeit durch die Grundschulzeit begleitet. Bei den Martinsfesten trafen sie sich alle und plauderten nach dem Umzug durch Loh über alte Zeiten.

Etwas zu bewegen und zu verwirklichen trieb Maria Gutsche all die Jahre an. Vor allem waren es die Kinder, die ihr am Herzen lagen. Maria Gutsche hatte die Gabe, jedem einzelnen Jungen und Mädchen das Gefühl zu geben, sie freue sich ganz speziell über sie oder ihn. Und so war es wohl auch.

Ehrenamt füllte den Ruhestand aus

Lange nach ihrer Pensionierung tauchten noch regelmäßig ehemalige Schüler mit einem Blümchen bei ihr zuhause auf, um einfach mal Hallo zu sagen.

Tatenlos war die Lehrerin aber auch im Ruhestand nicht. Sie engagierte sich viele Jahre beim Kinderschutzbund und bei der Ganesh Nepal Hilfe.

Dass ihre kleine Schule 2012 geschlossen wurde, ein Jahr vor ihrem 100-jährigen Bestehen, brach der ehemaligen Schulleiterin fast das Herz. Inzwischen ziehen immer mal wieder Kinder ein in das alte Schulgebäude, wenn andere Grundschulen wegen Um- oder Neubau ein Ausweichquartier benötigen. Zuletzt waren es die Schüler vom Höchsten, demnächst soll die Wichlinghofer Grundschule übergangsweise das alte Schulgebäude nutzen.

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Dann wird es wieder lebendig auf dem Schulhof an der Benninghofer Straße, das hätte Maria Gutsche gefallen. Auch beim schönen und etwas wehmütigen Abschiedsfest der alten Schule im Sommer 2012 war die ehemalige Chefin wieder dicht umringt von vielen kleinen und großen Loh-Bewohnern. Wäre sie noch Schulleiterin gewesen, hätte sie gekämpft für ihre „Dorfschule“ in der Großstadt, die ihr und vielen Kindern so viel bedeutet hat.

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