Knepper-Gelände: „Keine Angst, wenn ein Mensch aus Gütersloh kommt“

rnGroßbaustelle an der Stadtgrenze

Autokennzeichen aus Gütersloh und Rumänien. Container auf dem Knepper-Gelände. Viele Menschen blicken misstrauisch auf den Umbau des ehemaligen Kraftwerk-Areals. Sind ihre Sorgen begründet?

Oestrich, Deininghausen

, 27.06.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kennzeichen mit einem „GT“ für Gütersloh sind an der Stadtgrenze zwischen Dortmund-Mengede und Castrop-Rauxel mittlerweile ein gewohntes Bild rund um das ehemalige Kraftwerk Knepper an der Oestricher Straße. Oestricher berichten der Redaktion zudem von rumänischen Autokennzeichen, die sie im Umfeld des riesigen Areals gesichtet haben.

Die Menschen sind misstrauisch. Da ist der massenhafte Ausbruch an Corona-Infektionen beim Fleisch-Fabrikanten Tönnies. Da sind Meldungen über Tönnies-Beschäftigte, die in Dortmund und Umgebung leben. Da sind der Lockdown für die nicht allzu fernen Kreise Gütersloh und Warendorf und die Sorge vor dem Überspringen des Virus in die breite Bevölkerung.

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Das Fernsehen berichtet aus Verl über Menschen in Quarantäne hinter langen Bauzäunen, die gar nicht alle in der Fleischfabrik arbeiten, sondern auch in anderen Unternehmen beschäftigt sind. Diffuse Vermutungen, die Gesprächsstoff auf dem Markt und an Supermarktkassen bieten.

Mitarbeiter sind auf Corona getestet

Das Unternehmen Hagedorn Revital entwickelt das Knepper-Gelände vom Brownfield zum Greenfield, bereitet es vor für eine künftige gewerbliche Nutzung auf. Hagedorn Revital hat seinen Sitz in Gütersloh. Geschäftsführer ist Rick Mädel.

Rick Mädel ist Geschäftsführer von Hagedorn Revital. Das Gütersloher Unternehmen entwickelt das Knepper-Areal.

Rick Mädel ist Geschäftsführer von Hagedorn Revital. Das Gütersloher Unternehmen entwickelt das Knepper-Areal. © Stephan Schuetze (A)

„Man muss keine Angst haben, wenn ein Mitarbeiter aus Gütersloh kommt, dass da etwas passiert“, erklärt er im Gespräch mit dieser Redaktion. „Alle Mitarbeiter sind geschult und auch getestet.“ Die Baustellen seien mit Messgeräten ausgestattet, die eine erhöhte Körpertemperatur anzeigten. „In Gütersloh wird auf die Corona-Regeln besonders geachtet“, versichert er.

„Dass das Thema derzeit überall hochkocht, ist klar“, sagt Rick Mädel. „Tönnies ist aber ein Lebensmittel verarbeitender Betrieb. Bei Lebensmitteln ist uns auch allen klar, dass man da etwas ändern muss.“ Das könne man mit dem Baugewerbe nicht vergleichen.

Rumänische Arbeiter waren am Abbruch beteiligt

Wenn Autos mit rumänischen Kennzeichen gesichtet wurden, könne das allenfalls in der Vergangenheit gewesen sein, als Abbruch und Tiefbauarbeiten auf dem Areal liefen. „In diesem Bereich arbeiten wir mit spezialisierten Fachfirmen zusammen“, sagt Mädel, „und die beschäftigen auch osteuropäische Arbeitnehmer“.

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Die Subunternehmen seien für die Unterbringung ihrer Arbeitskräfte verantwortlich. Aber: Hagedorn Revital prüfe, ob die Arbeitskräfte zertifiziert und gemeldet sind und ob Gesundheitsprüfungen vorliegen. Mädel: „Die Subunternehmer haben die notwendigen Nachweise zu erbringen.“

Rick Mädel erklärt in dem Zusammenhang die Struktur, mit der Hagedorn Revital arbeite. Im Kern habe das Tochter-Unternehmen in der Hagedorn-Unternehmensgruppe nur 14 Mitarbeiter – eine „Projektentwicklungs-Truppe“, so Mädel, die mit Planungsbüros, Architekten und anderen Spezialisten an den Projektorten zusammenarbeite.

Hagedorn-Mitarbeiter nutzen Container

Auf der Fläche der ehemaligen Knepper-Verwaltung stehen eine ganze Reihe Container, allerdings nicht für Arbeiter von Subunternehmen, sagt der Geschäftsführer. „In den Containern sind unsere eigenen Leute.“ Hagedorn nutze das Dorf aus Stahl für Büros – einige wohl auch als Wohnraum, wenn Angestellte auf dem Gelände übernachten. „Das sind dann Einzelcontainer“, betont Mädel.

Hinter dem ehemaligen Verwaltungsgebäude hat Hagedorn eine Reihe Container aufgestellt - für den eigenen Bedarf.

Hinter dem ehemaligen Verwaltungsgebäude hat Hagedorn eine Reihe Container aufgestellt - für den eigenen Bedarf. © Kevin Kisker

Über Wochen stand das Dorf im Frühjahr offenbar verlassen auf dem Gelände. Es waren die Wochen des europaweiten Lockdowns. Vermutungen über einen Zusammenhang damit weist Mädel zurück. Vielmehr verweist er auf die Regenfälle in dieser Zeit. Der Abbruch sei da bereits abgeschlossen gewesen. Und die Witterung habe den Bodenumbau noch nicht zugelassen.

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