Nach Knöllchen-Regen: Anwohner wehren sich gegen Punkte in Flensburg

rnParkärger

Ende Juni haben alle an der Karlsglückstraße geparkten Autos ein Knöllchen bekommen. Dabei gebe es seit 2001 eine Absprache mit der Stadt Dortmund, sagen die Anwohner. Nun sollen sie zahlen.

Dorstfeld

, 14.07.2020, 14:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bereits 2001 war das Parken in der Karlsglückstraße in Dorstfeld ein Thema. Damals sollten alle Anwohner 50 Mark für ihr Parkvergehen zahlen. Das Problem: Die Straße ist so schmal, dass die Autos vollständig auf dem Gehweg geparkt werden müssen, um die Durchfahrt zu ermöglichen.

Nach einem Ortstermin mit den Lokalpolitikern seien die Knöllchen zurückgenommen worden, erinnert sich Anwohner Ingolf Kauschke. „Die haben eingesehen, dass es hier eben nicht anders geht“, erzählt er. „Zumal wir wegen des Denkmalschutzes keine Parkmöglichkeiten auf unseren Grundstücken schaffen dürfen.“

Dennoch scheint sich das Schicksal nun zu wiederholen. Am 22. Juni, einem Montag, waren alle in der Karlsglückstraße geparkten Autos mit Knöllchen versehen. Am Folgetag berichteten Anwohner, dass Mitarbeiter des Ordnungsamtes der Stadt Dortmund die Strafzettel zurückgenommen hätten.

Anwohner bekommen einen Punkt in Flensburg

Doch die Freude hielt nur kurz. „Wir sollen alle 80 Euro zahlen und bekommen je einen Punkt in Flensburg“, erzählt Ingolf Kauschke wenige Wochen später. Stadt-Pressesprecher Maximilian Löchter teilte bereits im Juni auf Anfrage mit, dass die Strafzettel keineswegs zurückgenommen worden seien.

Jetzt lesen

„Die Maße der Fahrbahn und der Gehwege lassen in der Karlslückstraße keinerlei Parken zu“, sagte er. „Die Verkehrsüberwachung wird die Situation weiter beobachten.“ Warum die Anwohner dachten, ihre Knöllchen seien aufgehoben worden, könne er sich nicht erklären.

Die Karlsglückstraße ist so schmal, dass die Autos auf dem Bürgersteig parken müssen, damit die Durchfahrt möglich ist.

Die Karlsglückstraße ist so schmal, dass die Autos auf dem Bürgersteig parken müssen, damit die Durchfahrt möglich ist. © Carolin West

„Uns wurde gesagt, alles ist gut, wir können so stehen“, sagen Ingolf Kauschke und Ehefrau Rosemarie. Dass sie nun doch so viel zahlen müssen und sogar einen Punkt bekommen, sei ein Schlag ins Gesicht gewesen.

„Wo sollen wir denn mit den Autos hin?“, fragt Rosemarie Kauschke. „In den Nebenstraßen ist auch alles dicht, da kann niemand von uns zusätzlich parken.“ Die Anwohner der Karlsglückstraße haben deshalb beschlossen, sich gemeinschaftlich gegen die Strafe zu wehren.

Erfolgreiche Unterschriften-Aktion

20 Anwohner, und damit fast alle Nachbarn, haben bei Ingolf Kauschkes Unterschriften-Aktion mitgemacht. Damit haben die Anwohner nun Widerspruch eingelegt. Manche drohen sogar mit rechtlichen Konsequenzen, sollte die Stadt auf der Strafe bestehen.

Jetzt lesen

„Man hat uns nie eine Alternative zum Parken gegeben“, sagt Ingolf Kauschke. „Die einzige Lösung wären meiner Meinung nach Anwohner-Parkplätze.“ Dann würde die Straße auch nicht von Gästen des Irish Pubs „Hicc up“ oder des Uni-Flohmarktes zugeparkt.

„Es ist so ruhig hier, dass Fußgänger problemlos auf der Straße laufen können“, sagt Rosemarie Kauschke. „Und wenn hier nur Anwohner parken, können wir jederzeit wegfahren, wenn ein größeres Fahrzeug durch muss.“

Eine Anfrage an die Stadt läuft.

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt