Koch Sven Wesholek: „Ich habe unter Druck Fehler gemacht“

rnSat.1-Kochshow „Top Chef Germany“

Da waren es nur noch neun ... Der Dortmunder Sven Wesholek ist weiter unter den Spitzenkräften am Herd, die bei der Sat.1-Kochshow „Top Chef Germany“ mitrühren. Ein Punkt ging nicht an ihn.

Dortmund

, 16.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Auch in Folge 2 von „Top Chef Germany“ war es für den Dortmunder Koch Sven Wesholek ein „Auf und Ab der Gefühle“. Schließlich geht es mittwochs bei der Sat.1-Kochshow um nicht weniger als den Titel „Top Chef Germany“ und ein Preisgeld von 50.000 Euro. Doch der Sous Chef des Dortmunder Restaurants „Der Schneider“ hat es mit einem Maishuhn und zwei chinesischen Gerichten souverän in die dritte Runde geschafft.

Herr Wesholek, wie war bisher die Resonanz auf Ihr Auftreten?

Positiv und negativ.

Mit negativ meinen Sie die Reaktion auf Ihre Entscheidung aus der ersten Runde, als Chef des gescheiterten Koch-Teams nicht selbst an der Challenge teilzunehmen, bei der es ums Ausscheiden ging?

Ja. Im Nachhinein würde ich das nicht noch mal machen. Da habe ich menschlich falsch entschieden. Ich hatte danach sehr daran zu knacken, weil es mich etwas zerrissen hat.

Wie sah die positive Resonanz aus?

Es kam viel über das Internet, auch zu der erwähnten Entscheidung. Ich solle mir das nicht so zu Herzen nehmen. Manche wollten auch das Rezept für das Reh aus der ersten Sendung haben.

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Wie sah es um Ihre Nervosität in Runde 2 aus?

Die ist immer da. Man steht unter gewissem Druck, vor allem wenn die Gloche vor einem steht und man nicht weiß, was drunter ist, und was einen erwartet. Nimmt man sich möglicherweise zu viel vor? Doch nach den anfänglichen fünf Minuten Orientierungslosigkeit ging es.

Sie haben im Team mit der Deutsch-Chinesin Hou Hua gekocht. Ein Glücksfall, weil Sie zwei chinesische Gerichte des Berliner Küchenchefs Guanfeng „Afon“ Guan erschmecken und ohne Rezept möglichst exakt nachkochen mussten? Auch ohne zu wissen, was drin ist? Dass die Wan Tan-Schweinefleisch-Taschen gekocht waren, haben nur Sie beide richtig erkannt.

Das haben wir nicht wirklich erkannt. Aber ich hatte mit Hou Hua eine Fachfrau an meiner Seite. Sie wusste, dass Wan Tans nicht gedämpft, sondern gekocht werden, weil ihre Mutter das immer so macht. Das war ein Punkt, der klar an Hou geht.

Koch Sven Wesholek: „Ich habe unter Druck Fehler gemacht“

Sven Wesholek serviert sein Kochwerk der Jury: (v.l.) Peter Maria Schnurr, Alexandra Kilian und Jahrhundertkoch Eckart Witzigmann. Ganz links Moderator Daniel Boschmann. © Sat.1/André Kowalski;

In der Folge am nächsten Mittwoch müssen Sie Salat zubereiten.

Das ist ein vermeintlich sehr einfaches Thema. Doch der Salat steht und fällt mit dem Dressing und der Vinaigrette.

Außerdem müssen Sie backen – ohne Industriezucker. Eine Herausforderung für Sie?

Wenige Köche, die ich kennengelernt habe, machen Patisserié und Backen gern. Doch ich mache das sehr gern. Das liegt mir. Da habe ich keine Angst. Zu Weihnachten bereite ich für meine Familie immer ein sehr schönes Dessert zu.

Wie ist Ihr Fazit nach den ersten beiden von insgesamt sechs Runden?

Ein Auf und Ab der Gefühle. Eine sehr intensive Zeit, die ich genieße. Ich habe unter Druck Fehler gemacht, die mich in meiner Entwicklung weiterbringen und am Ende stärker machen.

Gibt es Reaktionen der Gäste des Restaurants „Schneider“ am Gottesacker, wo Sie als Sous Chef arbeiten?

Tatsächlich haben in der letzten Woche fünf Gäste durch das Küchenfenster geschaut, mich gesehen und gefragt: „Ist der das . . .?“


In der ersten Berichterstattung zur 2. Runde war noch von Lamm in den Wan Tans die Rede. Wir haben das nach Hinweis des Senders korrigiert.

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