Unwetter zerstörte auch historische Dokumente der Kokerei Hansa

rnAkten vernichtet

Nach den Unwettern am dritten August-Wochenende war zunächst ungewiss, wie gravierend der Schaden bei der Kokerei Hansa ist. Nun ist klar: Wichtige Dokumente sind unwiderruflich zerstört.

Huckarde

, 26.09.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die heftigen Unwetter des dritten August-Wochenendes (14.-16.8.) haben den Stadtbezirk Huckarde schwer getroffen. Ganze Straßenzüge standen unter Wasser – und auch einige Kellerräume der Kokerei Hansa.

Rund acht Stunden lang waren Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren aus Berghofen und Oespel am Samstag (15.8.) vor Ort und versuchten, den Keller weitestgehend trocken zu legen. Doch weil das Wasser zum Teil eineinhalb Meter hoch stand, waren die Pumparbeiten sehr umfangreich.

Mitarbeiter der auf dem Kokerei-Gelände ansässigen Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur sichteten in den vergangenen Wochen die von den Wassermassen angegriffenen Unterlagen, die in den Kellerräumen der Geschäftsstelle gelagert waren.

Historische Dokumente wurden zerstört

Zwar konnte die Stiftung ausschließen, dass viele historische Dokumente darunter sind. Die sind nämlich in einem anderen Verwaltungsgebäude untergebracht. Dennoch war zunächst ungewiss, wie wertvoll die zerstörten Unterlagen waren.

Nun gibt es mehr Klarheit: „Bei den zerstörten Unterlagen handelt es sich um Verwaltungsunterlagen, Bauakten, Projektordner, Teile des Pressearchivs der Stiftung sowie um einen kleinen Anteil an historischen Dokumenten im Sinne von Abschlussbetriebsplänen und alten Planunterlagen“, teilt Stiftungs-Pressesprecherin Anna Gerhard gut einen Monat nach der Unwetter-Katastrophe auf Anfrage mit.

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Der Großteil der Unterlagen sei nicht digitalisiert gewesen. Bauunterlagen, die nicht älter als sieben bis zehn Jahre sind, können jedoch voraussichtlich bei den Planungsbüros angefordert werden, so Anna Gerhard. Auch die Abschlussbetriebspläne lägen an anderer Stelle noch vor.

„Alle anderen Unterlagen sind unwiderruflich zerstört“, sagt die Pressesprecherin. Derzeit laufe die Arbeit der Stiftung dennoch normal weiter. Welche Auswirkungen die Zerstörung später haben könnte, sei noch nicht abzusehen.

Bauvorhaben könnten Probleme machen

„Wir wissen noch nicht, welche Folgen der Aktenverlust beispielsweise bei zukünftigen Prüfungen oder insbesondere bei Bauvorhaben, bei denen man auf historische Originalpläne und Unterlagen zurückgreifen möchte, haben wird“, erklärt Anna Gerhard.

Der Keller könne aktuell nicht genutzt werden. Die Räume werden derzeit gelüftete und mit Geräten getrocknet. Zudem wurde der gesamte Keller desinfiziert.

Nun sollen noch Proben entnommen werden, um zu prüfen, ob nach wie vor Kontamination durch das Abwasser festzustellen ist und weitere Sanierungsmaßnahmen vorgenommen werden müssen, so Anna Gerhard.

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