Kolpingsfamilie wartet auf Spende von Michael Wendler

Posse um entsorgte Platten

Der Wendler lässt auf sich warten: 1000 Euro und eine Einladung zu einem seiner Konzerte hatte Schlagerstar Michael Wendler der Kolpingsfamilie in Derne zugesagt. Eingehalten hat er das bisher nicht.

DERNE

, 23.12.2016, 02:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Eigentlich wollte die Kolpingsfamilie die Wendler-CDs weiterverkaufen. Daraus wird nun erstmal nichts.

Eigentlich wollte die Kolpingsfamilie die Wendler-CDs weiterverkaufen. Daraus wird nun erstmal nichts.

Unbekannte hatten vor einigen Wochen anderthalb Tonnen CDs und DVDs von Schlagerstar Michael Wendler („Sie liebt den DJ“) in den Altkleider-Containern der Kolpingsfamilie in Derne entsorgt. Die Bild-Zeitung hatte zuerst über den Fall berichtet.

Der Kolpingsfamilie entstand – aufgrund der Entsorgungskosten – finanzieller Schaden durch den Fund. Persönlichen Kontakt hatte die Kolpingsfamilie nicht mit Michael Wendler: Via Bild-Zeitung teilte er allerdings mit, dass er 1000 Euro spenden wolle und die Helfer zu einem seiner Konzerte einlade. Und dabei ist es geblieben – bis heute.

Wendler hat die Kontoverbindung

„Ich war von vorneherein sehr skeptisch“, sagt Barbara Koritzius von der Derner Kolpingsfamilie auf Anfrage unserer Redaktion. „Es ist schon ärgerlich“ – vor allem wegen den ausstehenden 1000 Euro. Es sei sogar die Rede vom Silvesterkonzert gewesen, sagt Barbara Koritzius. Doch um das Konzert gehe es ihr weniger. „Wir haben Silvester sowieso schon was anderes vor“, sagt sie.

Barbara Koritzius kann das Verhalten des Wendlers nicht verstehen: „Man muss verlässlich sein im Leben“, sagt die 74-Jährige. „Man sollte nicht etwas dahin sagen, nur, weil man einen Zweck dahinter vermutet.“ Dabei habe der Wendler die Kontoverbindung der Kolpingsfamilie umgehend erhalten, „bestimmt vor drei Wochen“, sagt Hinrich Bernzen, Sprecher des Textilrecyclingunternehmens FWS. Diese Firma recycelt die Textilien in den Kolping-Altkleider-Containern.

Kolpingsfamilie soll kein Schaden entstehen

Kurz nach dem tonnenschweren Fund in Derne wurde die „Aktion Wegwerfmusik“ ins Leben gerufen: Die CDs und DVDs wurde für geringe Beträge verkauft. Rund 700 bis 800 CDs und DVDs seien bisher verkauft worden, so Bernzen – von 4500 Stück. Ein Schaden soll der Kolpingsfamilie aber nicht entstehen. „Wir gehen davon aus, dass wir das hinterher hinkriegen“, sagt Bernzen. „Und ob das Geld von Herrn Wendler kommt, das steht in den Sternen.“

Wendlers Ex-Management verwies unsere Redaktion an Wendler selbst. Unter der genannten Telefonnummer war der Wendler für eine Stellungnahme trotz mehrfacher Versuche bisher nicht zu erreichen.

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