Komplettsanierung kostet 5,6 Millionen Euro

Envio-Skandal

Die Debatte um die Beseitigung der PCB-Belastung auf dem ehemaligen Envio-Gelände am Hafen geht weiter. Am Montagabend informierten Stadt und Bezirksregierung über die Entsorgung der belasteten Lagergüter. Die Kosten der Komplettsanierung liegen schätzungsweise bei 5,6 Millionen Euro.

DORTMUND

von Von Nicole Stania

, 28.03.2012, 05:36 Uhr / Lesedauer: 1 min
Kaum sichtbar, aber immer noch vorhanden: Die Spuren des Envio-Skandals am Hafen.

Kaum sichtbar, aber immer noch vorhanden: Die Spuren des Envio-Skandals am Hafen.

Die Stadt informierte am Montagabend gemeinsam mit der Bezirksregierung Arnsberg im e-port-dortmund die Vertreter aus Politik, Bürgerinitiative, Kleingartenvereinen und Migrantenorganisationen. Ungeachtet des Strafprozesses gegen die Envio Recycling GmbH & Co KG, der im Mai beginnen soll, versucht der Insolvenzverwalter Achim Thiele im nächsten Schritt der Geländesanierung die Verwertung der Lagergüter aus den belasteten Hallen 1,2, 51 und Teilen von Halle 55. „Erst wenn klar ist, welche Güter übrig bleiben, können wir die Entsorgung öffentlich ausschreiben und überwachen“, beschreibt Joachim Schmied von der Bezirksregierung die Lage. Die Entsorgung soll möglichst bis zum Herbst abgeschlossen sein. Die geschätzten Kosten der Komplettsanierung liegen bei 5,6 Millionen Euro. 

 Da die kontaminierten Materialien erst in Frankreich gereinigt werden, wird alles noch in den Hallen in Schrumpffolie verpackt und verschifft, so dass keine Schadstoffe nach außen geraten können. Zusätzliche Messstellen sollen die Luftwerte regelmäßig kontrollieren. Die Mitarbeiter tragen Vollschutzkleidung.„Sicherheit hat oberste Priorität“ betonte Udo Mager, der als Vertreter der Wirtschaftsförderung mit der Bearbeitung der Kanalstraße 25 beauftragt worden ist.  

Das gilt auch für den Verzehr von Nahrungspflanzen. Die jährliche Kontrolle der fünf Kleingartenanlagen im Hafenumfeld und einer Referenzanlage in Eving hat ergeben, dass weiterhin vom Verzehr von dort angebautem Grünkohl abgeraten werden muss. Die Werte für dioxinbelastetes PCB liegen über dem EU-Auslösewert. Blattgemüse wie Endivie, Spinat, Mangold und Zucchini können unbedenklich genossen werden. Das ist das Ergebnis vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV). Die Untersuchungen werden 2012 fortgesetzt. Die Öffentlichkeit wird weiterhin laufend über die Sanierung informiert.

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