Am Krankenhaus Dortmund-West wird ein neuer Nordflügel gebaut – ein Großprojekt, das das Leben in Kirchlinde bis 2022 prägen wird. Und der Bau beginnt früher als gedacht.

Kirchlinde

, 26.09.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Seit Jahren ist bekannt, dass es am Krankenhaus Dortmund-West einen weiteren Anbau geben soll. Jetzt steht der Beginn der Arbeiten kurz bevor und die Lukas-Gesellschaft verrät, was sie plant.

„Menschen mit orthopädischen Problemen sind wählerisch“, sagt Berthold Hane, Technischer Leiter für die Krankenhäuser der Lukas-Gesellschaft. Bislang kamen Orthopädie-Patienten ins Kirchlinder Krankenhaus, weil diese Abteilung dank ihrer Ärzte und ihrer Ausstattung einen traditionell guten Ruf besitzt.

Mit der Unterbringung der Patienten in Krankenzimmern konnte das Haus zuletzt aber niemanden mehr begeistern.

Das Gebäude ist 100 Jahre alt

Der Gebäude-Flügel, in dem die Patienten rund um die Operation untergebracht und gepflegt werden, ist rund 100 Jahre alt. „Die Anforderungen haben sich seither dramatisch geändert“, sagt Markus Heickmann, der an dem Projekt beteiligt ist.

Früher standen die Betten beispielsweise längs der Wände, heute stehen die Kopfenden an der Wand und der Patienten ist so von den zwei Längsseiten aus behandelbar.

Diesem Standard entsprechen die Zimmer des Krankenhauses nicht. Zudem hat sich die Anzahl der Funktionsräume vergrößert, die auf einer Station liegen müssen – zum Beispiel Abstellräume für Reha-Material.

Krankenhaus-Erweiterung für 26 Millionen Euro: So soll der neue Nordflügel aussehen

Der Neubau aus westlicher Perspektive. Die Frohlinder Straße kommt von links unten, die Zollernstraße verläuft am oberen Bildrand. Links ist das Grundstück hervorgehoben, auf dem der Ausweichparkplatz entstehen soll. © Lukas-Gesellschaft

Darüber hinaus erforderten die mangelnde und nicht mehr nachrüstbare Barrierefreiheit sowie Bergschäden den Neubau von drei Stationen. Angesichts dieser Mängel der Bausubstanz nennt Berthold Hane den Neubau „ein starkes Bekenntnis zum Standort Kirchlinde“.

Der Nordflügel kostet 26 Millionen Euro

Nach langer Planung steht nun das Konzept „Nordflügel“. Für 26 Millionen Euro entsteht auf der Fläche des heutigen Krankenhaus-Parkplatzes ein neuer Gebäudetrakt. Dort werden die drei Stationen mit 114 Betten untergebracht. 28 Betten davon wird es in einem neuen Segment „Lukas deluxe“ geben, einem besonderen Komfortangebot.

Kurios: Die Räume im Erdgeschoss sind bislang noch nicht verplant. Dort will sich der Bauherr die Möglichkeit offen lassen, Flächen an Anbieter wie eine Apotheke, ein Sanitäts-Geschäft oder eine Cafeteria zu vermieten.

43 Parkplätze fallen weg – das ist die Alternative

Mit dem Neubau fallen 43 Parkplätze weg. Das trifft nicht nur die Krankenhaus-Besucher, sondern alle Kirchlinder, die dort wohnen oder die angrenzenden Geschäfte an der Frohlinder Straße besuchen. Um diesen Mangel auszugleichen beginnen bereits am Montag (30.9.) Baumaßnahmen, um provisorische Parkplätze zu schaffen.

Gegenüber dem Krankenhaus, neben der Tankstelle, befindet sich ein brachliegendes Grundstück. Dort entsteht der erste neue Parkplatz. Weitere Parkmöglichkeiten entstehen entlang des Weges zum Familienzentrum Campus St. Josef. Beide Parkplätze sollen im Dezember fertig sein.

Zwei neue Parkdecks sollen entstehen

Wenn der Bau fertig ist, wird sich die Parksituation wieder entspannen. Denn unter dem Nordflügel entstehen zwei Parkdecks mit dann insgesamt 75 Parkplätzen. Das obere Parkdeck wird über die Zollernstraße angefahren, das untere über die Frohlinder Straße.

Krankenhaus-Erweiterung für 26 Millionen Euro: So soll der neue Nordflügel aussehen

Zur Frohlinder Straße hin wird der Nord-Flügel so aussehen. © Lukas-Gesellschaft

Zuletzt gab es in der Bezirksvertretung Huckarde eine Diskussion darüber, ob im Zuge des Baus die Verkehrssituation an der Frohlinder Straße neu gestaltet werden sollte. Die Fußgängerampel steht ungünstig und auf einer Seite ist die Haltestelle Kirchlinde Krankenhaus zu weit entfernt.

Genaue Pläne gibt es noch nicht, doch die Lukas-Gesellschaft hofft auf eine große Lösung: eine beampelte Kreuzung von Zollernstraße und Frohlinder Straße. Das wäre die Lösung mit der nächstmöglichen Fußgängerampel zum Eingang des Hauses.

Haltestelle in der Schräge

Trotz aller Ideen, den Haupteingang des Krankenhauses wird man auch in Zukunft nicht barrierefrei erreichen. Grund ist das starke Gefälle der Zollernstraße. Besucher, die an den dortigen Bushaltestellen ein und aussteigen, haben mit der Schräglage zu kämpfen. Sind sie gar auf einen Rollator angewiesen, stehen sie sogar vor echten Problemen.

Die eigentlichen Baumaßnahmen sollen im Februar 2020 beginnen und 2022 enden. Straßensperrungen oder Verengungen sind nicht geplant.

Doch Altlasten überschatten den Baubeginn. Um die Parkdecks zu bauen, müssen die Bagger in die Tiefe. Dort warten die Fundamente alter Wohnhäuser und die Reste des alten Kirchlinder Luftschutzbunkers. Deren Abriss wird eine Herausforderung.

Abriss ist unausweichlich

Die Lukas-Gesellschaft hat das Kirchlinder Krankenhaus in den vergangenen Jahren regelmäßig mit Anbauten modernisiert, zuletzt 2012 mit dem Bau einer zentralen Anlieferung und Diagnostik für Notfallpatienten.

Und es wird auch nach dem Bau des neuen Nordflügels weitergehen. Denn dann wird der jetzige Trakt mit den Bergschäden leergezogen. Mittelfristig werden diese Bereiche, zu denen auch das ehemalige Schwesternwohnheim gehört, als Umkleide- und Abstellmöglichkeit genutzt. Langfristig wartet aber der Abriss auf diesen alten Flügel.

Dann wäre wieder Platz für weitere Modernisierungen, denn das Krankenhaus hat nicht nur eine Orthopädie, sondern ist eine Einrichtung der medizinischen Grundversorgung mit vielen Schwerpunkten.

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