Kreisstraße in Holzen: „Das ist eine Totfahrstraße“

rnVerkehr in Dortmund

Die Kreisstraße im Dortmunder Süden wird nach Unfällen der vergangenen Monate Thema bei einem Treffen von Stadt, Polizei und Straßen NRW. Anwohner berichten von heiklen Situationen.

Holzen

, 17.01.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Kreisstraße im tiefsten Süden Dortmunds führt einmal komplett durch Holzen in Richtung Schwerte. Eine schöne Aussicht hat man mitunter, aber man muss auch gut aufpassen. Denn immer wieder kommt es hier zu Unfällen.

Zuletzt krachte es am 16. September, am 25. Oktober, am 10. Dezember. Einmal rutschte ein Auto aus der Kurve am Grenzweg in den Vorgarten eines Hauses, ein anderes Mal stießen in der selben Kurve zwei Autos zusammen, ein weiteres Mal krachte es auf der Kreuzung zum Krinkelweg.

Am 14. Dezember musste Christoph Eckardt, der in dem Haus an der Kurve wohnt, ein brennendes Auto löschen, das in einen Wagen in seinem Vorgarten geknallt war.

Eine Temporeduzierung ist nicht so einfach möglich

Auf der Kreisstraße gilt Tempo 50. Das lässt sich auch nicht so einfach ändern, weil sie zum sogenannten städtischen Vorbehaltsnetz gehört. Vor Schulen oder Altenheimen kann Tempo 30 eingerichtet werden. Ansonsten ist eine Temporeduzierung in der Regel nur möglich, wenn es auf der Straße zu vielen Unfällen kommt.

Kreisstraße in Holzen: „Das ist eine Totfahrstraße“

An der Kreuzung zum Krinkelweg, der nach Schwerte führt, kam es zuletzt im Dezember zu einem Unfall. © Jörg Bauerfeld (Archiv)

Ob die Stadt Dortmund eine Veränderung der Höchstgeschwindigkei plant? Das ist noch nicht klar. „Das Tiefbauamt hat die Anfrage aber zum Anlass genommen und gegenüber der Direktion Verkehr der Polizei um Übersendung der erforderlichen Unterlagen zwecks Prüfung der Notwendigkeit weiterer straßenverkehrsrechtlicher Maßnahmen gebeten“, erklärt Sylvia Uehlendahl, die Leiterin des Dortmunder Tiefbauamtes, auf Anfrage.

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Sollte sich herausstellen, dass eine Unfallhäufungsstelle gegeben ist, werde diese in der nächsten Sitzung der Unfallkommission Ende März beraten: „Es gibt allerdings keine bestimmte Anzahl von Unfällen innerhalb eines definierten Zeitraums, die eine Unfallhäufungsstelle als solche definiert.“ Die Einschätzung sei von einer Vielzahl von Einzelaspekten abhängig.

„Mir ist jemand aus dem Gegenverkehr ins Auto gefahren“

„Ich hatte da auch schon einen Unfall, weil die Kurve an sich unübersichtlich ist“, schreibt uns ein Leser.

Eine andere Leserin, die unmittelbar an der Kreisstraße lebt, hatte ebenfalls einen Unfall in der Kurve. „Mir ist jemand aus dem Gegenverkehr ins Auto gefahren“, schreibt sie. „Und regelmäßig werden wir im Sommer vom Lärm derer belästigt, die viel zu schnell dort runterfahren.“

Kreisstraße in Holzen: „Das ist eine Totfahrstraße“

Straßen NRW hat vor der Kurve ein Warnschild aufgestellt. Tempo 50 gilt aber weiterhin. © Michael Nickel

Ein Anwohner des Krinkelweges bezeichnet die Kreisstraße im Gespräch mit dieser Redaktion als „brutal gefährlich“. Der Verkehr habe zugenommen, Autofahrer würden die Kurven falsch einschätzen, haltende Busse würden überholt. „Für Autofahrer ist das eine Vollkatastrophe, für Fußgänger grausam“, sagt der Mann.

Bei Facebook forderten einige Holzener unter anderem Tempo 30, Blitzer, eine Ampel am Krinkelweg oder Geschwindigkeitshügel.

Ein Blitzer? „Danach wird wieder Gas gegeben“

Einem möglichen Blitzer steht der Anwohner des Krinkelwegs skeptisch gegenüber: „Danach wird doch wieder Gas gegeben.“ Wie einige andere Holzener auch, kann er sich einen Bürgersteig vorstellen. Den gibt es vor allem im oberen Bereich nicht. Derzeit müssen Fußgänger häufig auf der Straße laufen.

„Es ist unverantwortlich, dort zu Fuß hoch zu laufen“, schreibt eine andere Holzenerin: „Ich denke, bessere Beschilderungen, Kontrollen und mehr Laternen würden dem Ganzen gut tun.“ Ihr Gesamteindruck zur Kreisstraße: „Ich finde, es ist wortwörtlich eine Totfahrstraße, die vor allem in der Dunkelheit sehr unterschätzt wird.“

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Die Kreisstraße gehört zum Verkehrsnetz von Straßen NRW. Auch die Landesbehörde wird Ende März an den Gesprächen mit den Dortmunder Behörden teilnehmen. „Das Ergebnis ist offen“, sagt Frank Hoffmann, Sachgebietsleiter Betrieb und Verkehr, im Gespräch mit dieser Redaktion.

Er appelliert an die Verkehrsteilnehmer: „Wenn sich alle an die Verkehrsregeln halten und mit der gebotenen Vorsicht unterwegs sind, dürfte nichts passieren“.

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