Lkw-Wahnsinn im Kreuzviertel – Jetzt gibt es einen Lichtblick

rnSchwerlastverkehr

Seit eine Brücke Ende 2017 für schwere Lkw gesperrt wurde, fährt der Schwerlastverkehr durch das Kreuzviertel: 40.000 Laster mehr als früher. Jetzt ist Erleichterung in Sicht - zumindest etwas.

Kreuzviertel

, 20.02.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am 27. Dezember 2017 wurde die Brücke an der Langen Straße für Fahrzeuge über 16 Tonnen gesperrt. Seitdem fahren die Lkw von und zu ThyssenKrupp Rothe Erde durch das Kreuzviertel über Kuithan-, Kreuz- und Lindemannstraße zur B1. Vor allem die Kreuzstraße, an der vier Schulen liegen, leidet massiv unter dem Verkehr.

Erstmals ist jetzt ein kleiner Lichtblick in Sicht. So kann demnächst wohl wieder zumindest ein Teil der Transporte über die Brücke führen. Die Anwohner wünschen sich sehnlichst eine solche Entlastung. Für das grundsätzliche Problem haben sie Verständnis – es gab Zweifel an der Tragfähigkeit der Brücke für eine Belastung.

Für ein Ende des Dilemmas ist unter anderem eine Untersuchung der Brücke nötig, wozu die Deutsche Bahn die darunter liegenden Gleise sperren muss. Die Anwohnerinitiative Kreuzstraße versteht nicht, warum für die Aktion nicht die Streckensperrung während der Bombenentschärfung Mitte Januar genutzt wurde. Die Brücke selbst lag nicht im Evakuierungsradius.

Jutta Falk, Rolf Jägel und Olaf Greve (v.l.) von der Anwohnerinitiative behalten die Vorgänge im Blick.

Jutta Falk, Rolf Jägel und Olaf Greve (v.l.) von der Anwohnerinitiative behalten die Vorgänge im Blick. © Susanne Riese

Zwei Jahre hat es gedauert, bis nun Termine für die Sperrung der Bahngleise vereinbart wurden. „Für uns waren das zwei harte Jahre mit über 40.000 zusätzlichen LKW- Fahrten“, schreibt die Initiative in ihrer jüngsten Eingabe an die Bezirksvertretung Innenstadt-West. Die Versammlung tagt am 26. Februar (Mittwoch, 16 Uhr) im Rathaus. Dann wollen die Anwohner erneut auf den Missstand aufmerksam machen.

Neue Einschätzung der maroden Brücke lässt hoffen

Nach mehr als zwei Jahren bringt eine neue Einschätzung der Brückenstatik nun etwas Hoffnung. Bei einspuriger Verkehrsführung sollen dort laut Prüfingenieur Prof. Reinhard Maurer Durchfahrten von Lkw bis 18 Tonnen Gesamtgewicht möglich sein. Damit könnten zumindest die Leerfahrten wieder über die alte Brücke laufen.

Das Tiefbauamt weist aber darauf hin, dass das zwingend durch einen zweiten unabhängigen Experten gecheckt werden muss. Diese Vorgehensweise habe nichts mit Bürokratie zu tun, betont Professor Mauer, sondern sei ausschließlich der Sicherheit geschuldet: „Denken Sie nur an den Fall des Brückeneinsturzes in Genua.“

Die Brücke über die Bahngleise an der Langen Straße ist Ursache des Problems. Es bestehen Zweifel an ihrer Tragfähigkeit.

Die Brücke über die Bahngleise an der Langen Straße ist Ursache des Problems. Es bestehen Zweifel an ihrer Tragfähigkeit. © Jutta Falk

Da die Lkw mit den leeren Aufliegern besonders geräuschvoll über Schlaglöcher und Risse der Kreuzstraße holpern, sehnen die betroffenen Bewohner die Freigabe herbei.

Jetzt lesen

Bis Ende des Jahres soll dann auch die Prüfung der Brückenunterseite erfolgt sein. Erst dann können Politik und Verwaltung auf Grundlage der Ergebnisse darüber beraten, wie es weitergehen soll. „Unsere Sorge ist einfach, dass die Terminlegung genauso schleppend weitergeht“, sagen die Mitglieder der Bürgerinitiative. Sie sind realistisch: „Selbst im positivsten Fall wird es noch zwei Jahre dauern, bis die Brücke repariert ist.“

Belastung soll auf mehr Straßen verteilt werden

Deshalb fordern sie Beschleunigung und Entlastung. „Für die verbleibende Zeit muss es eine gleichmäßige und gerechte Verteilung des übrigen Lkw- und Schwerlastverkehrs auf die in Frage kommenden Straßen Lange Straße sowie Neuer Graben geben.“ Die dortigen Bewohner werden das sicher nicht ohne Widerspruch hinnehmen.

Die Kreuzstraße aber sei durch Schulbusse, Elterntaxis, Zulieferfahrzeuge, zwei Buslinien, den steigenden Individualverkehr sowie bei Events wie BVB-Spielen bereits unzumutbar hoch belastet, argumentieren die Kreuzstraßen-Vertreter und fordern eine Verkehrszählung. „Wir sind nicht auf Krawall gebürstet“, sagt Olaf Greve von der Bürgerinitiative. „Aber wir suchen nach Lösungen.“

Diese Maßnahmen fordert die Anwohnerinitiative:

  • Controlling des Zeit- und Ablaufplans
  • Maßnahmen für eine gleichmäßige Verteilung des Lkw-Verkehrs
  • Geschwindigkeitskontrollen
  • Geschwindigkeitsbeschränkung für Lkw auf 20 km/h
  • Infoveranstaltung für Bewohner und Anlieger.

Jetzt lesen

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt