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Kriminalität in der Nordstadt geht zurück – Bürger wünscht sich Videoüberwachung

rnKriminalität

Weniger Straftaten und eine Aufklärungsquote so hoch wie in keinem anderen Dortmunder Bezirk: Die Kriminalität in der Nordstadt geht zurück. Dennoch ist noch lange nicht alles gut.

Dortmund

, 16.05.2019 / Lesedauer: 3 min

2761 Straftaten in nur einem Quartal und das auf engstem Raum: Die Zahl der Straftaten lag zwischen Januar und März 2019 in der Nordstadt weiter auf einem hohen Niveau. Aber: Sie ist erneut deutlich gesunken: Um 483 Fälle im Vergleich zum ersten Quartal 2018. Für Polizeipräsident Gregor Lange „eine gute Nachricht“ für die Bürger und ein Motivationsschub für die Polizei.

Täglich Einsätze

Jörn Schulte ist Hausbesitzer an der Münsterstraße und täglich mit den Problemen in der Nordstadt konfrontiert. Drogengeschäfte, Schlägereien und Lärm, auch nachts. Alles vor seiner Haustür. „Ich sehe täglich die Einsätze. Die Polizei ist auch schnell da, wenn man sie ruft. Aber im Griff hat man die Probleme hier noch immer nicht“, sagt er und fragt nach einem vor Monaten schon angekündigten Versprechen.

Kriminalität in der Nordstadt geht zurück – Bürger wünscht sich Videoüberwachung

Die Videobeobachtung soll auch für die Münsterstraße in der Dortmunder Nordstadt kommen. Wann genau, kann die Polizei im Mai 2019 nicht sagen. © Peter Bandermann

„Wann kommt die Videobeobachtung?“, will er wissen. Standorte seien für die Münsterstraße bereits diskutiert worden, aber in der Nachbarschaft sei darüber nichts zu erfahren und bei der Polizei auch nicht. Ein Sprecher der Polizei sagte, dass die Polizei derzeit in der Planungsphase sei.

Fast 483 Jahre Haft

Jörn Schulte sieht zwar immer wieder, dass die Polizei die Tatverdächtigen vorübergehend festnimmt. „Aber ich weiß ja nicht, was anschließend passiert.“ Die Polizei hat zumindest für die Einsätze gegen die Clan-Kriminalität nachgerechnet. Zwischen Juni 2015 und Ende 2018 seien „für Dutzende dieser Köpfe“ insgesamt 482 Jahre und 9 Monate Haft ausgesprochen worden. „Mit aller Härte“ werde die Polizei ihre Einsätze gegen die Clan-Kriminalität fortsetzen, heißt es im Präsidium. Seit Anfang 2019 gab es bereits 75 Schwerpunkteinsätze dieser Art.

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Die Streifenteams der Nordstadt-Wache, die Ermittlungskommission Nordstadt und ein Schwerpunktdienst arbeiteten eng mit Staatsanwaltschaft und anderen Behörden zusammen. Dazu gehören auch Stadtverwaltung, Zoll und die Bundespolizei. Polizeipräsident Gregor Lange: „Es geht darum, so viele Nadelstiche wie möglich zu setzen. Wer sich nicht an Gesetze und Vorschriften hält, dem treten wir gemeinsam immer wieder auf die Füße.“

Weniger Straftaten

Gesunken sind die Fallzahlen auch bei Straftaten, die starken Einfluss auf das öffentliche Sicherheitsgefühl haben. Eine Auswahl im Vergleich der ersten Quartale 2018 und 2019:

  • Straßenkriminalität: -27 Prozent (von 792 auf 581)
  • Gewaltkriminalität: -6,3 Prozent (von 174 auf 163)
  • Taschendiebstahl: -39,3 Prozent (von 122 auf 74)

Kein Minus gibt es bei den Raubüberfällen (gleichbleibend 30 Fälle) bei den Wohnungseinbrüchen (42 statt 34 Taten) und bei den Drogendelikten (449 statt 424). Den Anstieg bei den Drogendelikten führt die Polizei auf den starken Kontrolldruck zurück.

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