Kritik an geplantem DHL Logistikzentrum: „Die Sache wird noch brenzlig“

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Der Bau des neuen DHL Express Logistikzentrums Dortmund hat noch gar begonnen, da mehren sich bereits kritische Stimmen. Bürger und Politiker befürchten Probleme für einen ganzen Stadtteil.

Marten

, 20.08.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Aktuell werden noch immer die ehemaligen Lagerhallen der Nagel-Group an der Germaniastraße abgerissen. Seit März 2020 wüten hier die Bagger, um Platz für das neue DHL Express Logistikzentrum Dortmund zu schaffen.

Mit einer großen Portion Skepsis reagieren Bürger und Politiker auf das Bauvorhaben - beide Seiten sehen auf den Stadtteil Marten große Probleme zukommen. Vor allem die Entwicklung der ohnehin schon schwierigen Verkehrssituation in der Germaniastraße und ihren Nachbar-Straßen bereitet ihnen Sorgen.

„Neue oder andersartige Verkehrsströme“

„Es ist zu befürchten, dass durch die Einrichtung eines DHL-Verteilzentrums neue oder andersartige Verkehrsströme in Richtung Autobahn-Auffahrt und durch ,Alt-Marten‘ sowie über den Kesselborn in der Germania-Siedlung entstehen“, schreibt Monika Rößler, Sprecherin des Stadtteilvereins Martener Forum.

Bereits heute stauten sich an der Bahnunterführung „Bärenbruch“ zu unterschiedlichen Tageszeiten die Fahrzeuge bis in das Ortszentrum. „Dies kann durch Zahlen aus der Verkehrszählung belegt werden“, so Monika Rößler.

Auch die Bezirksvertretung Lütgendortmund blickt mit Bauchschmerzen auf das zukünftige DHL Logistikzentrum. Allen voran CDU-Fraktionssprecher Hans Jürgen Schröder. „Die Sache wird noch brenzlig“, prophezeite der Kommunalpolitiker in der August-Sitzung am Dienstag.

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Aber nicht nur die zu erwartende „Vielzahl von Kleintransportern“ wurmt Schröder. Auch die gegenwärtige Bausituation hält er für unzumutbar: „Hier werden von 5 bis 23 Uhr Betonklötze zermahlen. Der Lärm ist unerträglich, vom Staub und Dreck will ich gar nicht reden“, beklagt der Fraktionschef. Er könne nicht verstehen, dass „so etwas genehmigt wird, dass man so mit unseren Bürgern umgeht“.

„Wir brauchen hier ein Verkehrskonzept“

Ebenso wie Hans Jürgen Schröder ist auch Andreas Lieven, Fraktionssprecher der SPD in der Bezirksvertretung Lütgendortmund, von den Plänen alles andere als begeistert. „Die problematische Situation wird durch das DHL Logistikzentrum nicht besser.“ Wegen des Reyclinghofs der EDG sei die Straße ohnehin schon stark belastet. „Wir brauchen hier ein Verkehrskonzept. Das soll uns die Verwaltung vorstellen“, fordert Andreas Lieven.

Details zum Bauvorhaben hat die Deutsche Post DHL Group trotz mehrfacher Anfragen dieser Redaktion bis Mittwoch (19.8.) nicht mitgeteilt. Bislang informiert nur ein großes Bauschild an der Germaniastraße über das geplante Logistikzentrum. Die Pressestelle hat aber zugesichert, noch im Laufe des Monats August die Anfrage zu beantworten.

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