Küchenbrand in Studenten-WG: Bewohner stehen barfuß auf der Straße

rnFeuerwehr-Einsatz

Schon wieder hat es im Dortmunder Westen gebrannt: Am späten Montagabend (6.1.) brach ein Feuer im Dachgeschoss eines Mehrfamilienhauses aus. Erneut war die Ursache ein technischer Defekt.

Oespel

, 07.01.2020, 17:22 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zum vierten Brand innerhalb von nur zwölf Tagen im Dortmunder Westen ist die Feuerwehr Dortmund am späten Montagabend (6. 1.) ausgerückt. Nach den Brand-Katastrophen in Kley und Lütgendortmund mussten die Rettungskräfte diesmal ein Feuer im Dachgeschoss eines Mietshauses in Oespel löschen. Ernsthaft verletzt wurde niemand.

Der Alarm erreichte die Feuerwehr um 22.37 Uhr. Die rund 30 Feuerwehrleute hatten den Vollbrand einer Küchenzeile in einer Studenten-Wohngemeinschaft in der Straße Auf der Linnert schnell unter Kontrolle. Mittlerweile steht laut Polizei fest: Die Brandursache ist ein technischer Defekt. Für die Bewohner viel wichtiger ist, dass die Wohnung vorerst nicht bewohnt werden kann.

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Das Mehrfamilienhaus gehört dem früheren Oespeler Apotheker Karl-Heinz Kraus. Er eilte noch während des Feuerwehreinsatzes zum Unglücksort, nachdem ihn der Mieter der Erdgeschoss-Wohnung angerufen hatte. „Mein erster Gedanke galt den fünf Studenten. Ich bin so froh, dass ihnen nichts passiert ist“, berichtet er im Gespräch mit dieser Redaktion.

Küchenbrand: Student musste im RTW behandelt werden

Zum Zeitpunkt des Feuers waren zwei Bewohner und zwei Besucher in der Wohnung. „Einer der beiden Studenten musste kurz im Rettungswagen behandelt werden, weil er mehr Rauch als die anderen eingeatmet hatte“, sagt Karl-Heinz Kraus. Die anderen drei hätten währenddessen barfuß auf der Straße gestanden.

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Allerdings nicht lange – denn eine Nachbarin und Kraus‘ Sohn, der nebenan wohnt, versorgten die Studenten aus Kamerun und Mauretanien mit Schuhen und warmer Kleidung. Schnelle Hilfe gab es auch bei der Wohnungssuche: Alle fünf Bewohner der Studenten-WG sind vorläufig bei Freunden und Bekannten untergekommen.

Wie hoch der Sachschaden ist, konnte Karl-Heinz Kraus am Dienstag (7. 1.) noch nicht sagen. „Es sieht dort aus wie nach einem Bombeneinschlag, in der ganzen Wohnung hängt ein beißender Geruch“, sagt er.

Küchenbrand in Studenten-WG: Bewohner stehen barfuß auf der Straße

Dem früheren Apotheker Karl-Heinz Kraus gehört das Mehrfamilienhaus, in dem am Montagabend (1. 6.) eine Küche brannte. Während des Feuerwehreinsatzes war er vor Ort. © Stephan Schütze (Archiv)

Küche, Dusche und Bad müssen nach Brand erneuert werden

Küche, Dusche und Bad müssten erneuert werden. Weitere Räume, das Treppenhaus und die anderen Wohnungen hätten nicht gelitten. „Weil die Zwischentür zum Treppenhaus während des Brands geschlossen war“, sagt Kraus. Keiner der anderen Mieter habe sich bislang wegen möglicher Schäden durch das Löschwasser bei ihm gemeldet.

Fremdverschulden oder gar Brandstiftung habe der Kripo-Beamte am Dienstag ihm gegenüber ausgeschlossen. „Irgendetwas muss sich entzündet haben“, so Kraus. Alle Schalter am Herd hätten auf „0“ gestanden.

Die kleine Brandserie seit dem ersten Weihnachtstag 2019 im Stadtbezirk Lütgendortmund erschüttert Karl-Heinz Kraus. „Das reicht nun wirklich, das war genug Pech für den Dortmunder Westen im neuen Jahr.“

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