Künstler wollen Riesen-Sirenen auf U-Turm setzen

Kilometerweit zu hören

Schallen bald einmal pro Tag Sirenen durch die Dortmunder City? Der U-Turm könnte neben den "Fliegenden Bildern" auch eine Ton-Installation bekommen. Das planen zwei Ruhrgebiets-Künstler. Zunächst muss das Rundum-Display aber für rund einen Monat lang ausgeschaltet werden - um dann mit mächtig Akustik-Untermalung wieder zu erstrahlen.

DORTMUND

, 05.06.2014, 09:22 Uhr / Lesedauer: 1 min
Künstler wollen Riesen-Sirenen auf U-Turm setzen

Die "Fliegenden Bilder" könnten bald aktustische Unterstützung kriegen.

Der Herner Musikkünstler Christof Schläger plant die Installation zusammen mit Regisseur Adolf Winkelmann, der für die leuchtenden Bilder über der Stadt zuständig ist. "Noch ist die Sache nur eine künstlerische Idee", sagt Schläger: "Ich bin überzeugt, dass das eine gute Idee ist - aber wir müssen noch viele andere Leute davon überzeugen." Die Stadt Dortmund äußert sich noch nicht zu den Plänen, Schläger und Winkelmann seien die ersten Ansprechpartner. Christof Schläger erklärt das Projekt: Weil die LED-Lampen der Displays altersbedingt ausgetauscht werden müssen, werden die Bilder noch in diesem Jahr für gut einen Monat ausgeschaltet. "Und wenn sie wieder angeschaltet werden, soll das mit einem großen Konzert passieren", so der Künstler. Anschließend könnte die Installation fest bestehen bleiben und regelmäßig, etwa einmal am Tag, die Stadt beschallen.

Schläger baut Druckluftsirenen, wie sie auf Schiffen oder Zügen benutzt werden, zu Musikinstrumenten um. "Die Töne werden über Kilometer hinweg zu hören sein", sagt er: "Die Reflexionen ändern den Klang der Stadt. Hinter jeder Hausecke hört es sich anders an." Das große Tuten soll dabei an die Zechensirenen der Vergangenheit erinnern, es entstehe wieder ein "industriell urbaner Klang", so der Künstler. Bislang gebe es aber erst eine grobe Skizze der Idee, durch einen

kam das Konzept an die Öffentlichkeit. Finanziell und technisch ist das Projekt für Schläger eine besondere Herausforderung. Normalerweise mache er mit seiner Sirenen-Orgel keine permanenten Installationen. Am U-Turm ist das außergewöhnliche Instrument aber über Jahre oder sogar Jahrzehnte denkbar. Eine Ortsbegehung habe bereits stattgefunden, "die Stadtväter und -mütter müssen aber noch entscheiden", sagt Schläger.

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