Kunden beschuldigen Dortmunder Rewe, Papierhandtücher als Klopapier-Alternative verkauft zu haben

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In Zeiten von Corona ist Toilettenpapier vielerorts schnell ausverkauft. Eine Dortmunder Rewe-Filiale soll stattdessen Papierhandtücher angeboten haben. Der Markt-Inhaber bestreitet das.

Dorstfeld

, 24.03.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Emschergenossenschaft und Lippeverband warnen vor einer „Klopapier-Krise“ in Zeiten des Coronavirus. Weil Toilettenpapier vielerorts schnell ausverkauft ist, scheinen manche zu Alternativen wie Küchenpapier zu greifen, das die Pumpwerke verstopfen könnte. Im schlimmsten Fall fallen sie ganz aus.

Dennoch soll ein Dortmunder Rewe-Markt, die Filiale Mankel in Dorstfeld, aktiv dazu beigetragen haben, dass nicht nur Toilettenpapier im Abfluss landet – so erzählen es zumindest Kunden.

„Das Klopapier war ausverkauft und Rewe Mankel hat eine Packung Schmirgelpapier-ähnliche Einmal-Handtücher für 2,99 Euro angeboten“, sagt eine Kundin, die ihren Namen nicht öffentlich nennen möchte. Weil das Toilettenpapier in der Filiale an der Planetenfeldstraße 24 ausverkauft gewesen sei, seien stattdessen Papierhandtücher verkauft worden, so die Kundin.

Markt-Inhaber: Bilder, die die Realität verzerren

„In der Zeit des Coronavirus wünscht man sich Menschlichkeit, das hat aber rein gar nichts mit Menschlichkeit zu tun“, sagt die Kundin. „Ich bin schockiert.“ Schließlich seien es gerade Lebensmittelgeschäfte, die derzeit dank Hamsterkäufern einen großen Umsatz machen.

Auf der Facebook-Seite der Rewe-Filiale beklagen Kunden zudem, dass derzeit viele Produkte „überteuert“ angeboten würden. Markt-Inhaber Jürgen Mankel kann darüber nur den Kopf schütteln.

„Ich bin da wohl jemandem auf die Füße getreten“, sagt er. „Seit einigen Tagen tauchen Bilder auf Facebook auf, die die Realität verzerren.“ Kunden, sagt er, würden absichtlich die teuersten Produkte fotografieren und Hetzkommentare posten. Günstige Alternativen würden nicht mit fotografiert.

„Das ist Wahnsinn“, sagt Jürgen Mankel. „Ich versuche alles, um vergriffene Ware wieder aufzufüllen, meine Mitarbeiter sind hier für alle im Einsatz und niemand dankt es einem, stattdessen kommt so etwas.“

Papierhandtücher seien nicht als Alternative gedacht gewesen

Die Papierhandtücher, die für Aufruhr sorgten, seien nicht als Alternative zum ausverkauften Toilettenpapier gedacht gewesen. Alle Papierwaren, die der Markt anbietet, seien in einem Regal untergebracht, er habe die Preisschilder für das Toilettenpapier umgedreht, so Jürgen Mankel. Die Einmalhandtücher seien zu dem Zeitpunkt das einzige Papierprodukt gewesen, das noch zu haben war.

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„Was die Kunden dann damit machen, dafür bin ich nicht verantwortlich“, sagt er. „Ich versuche aber immer schnellstmöglich an neues Toilettenpapier zu kommen – und wenn es über externe Lieferanten läuft.“

Offiziell schreib die Rewe Dortmund zu dem kurzzeitigen „Not-Angebot“: „Angesichts der hohen Nachfrage nach Drogerie-Artikeln haben die üblicherweise nicht bei Rewe erhältlichen Papierhandtücher denjenigen Personen weitergeholfen, die nirgendwo sonst in der Kommune Toilettenpapier oder eine Alternative erhalten konnten.“

Der Rewe in Dorstfeld hingegen habe die Papierhandtücher immer mal im Angebot, nicht nur zu Corona-Zeiten.

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