Kunden protestieren heftig gegen Schließung des Cafés in der Mayerschen

rnWestenhellweg

Der Protest gegen die Schließung des „World Coffee“ in der Mayerschen Buchhandlung wird lauter. Die Stellungnahme des Buchhandels zu den Zukunftsplänen hinterlässt mehr Fragen als Antworten.

Dortmund

, 07.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Dass der Betreiber „World Coffee“ das Café in der zweiten Etage der Mayerschen Buchhandlung zum 30. Juni aufgeben wird, ist beschlossene Sache. Unklar ist, wie es mit der Geschäftsfläche danach weitergehen wird.

Die Mitarbeiter der Kaffeebar stehen ab 1. Juli auf der Straße (Stand 6. Juni), viele (Stamm)-Kunden sind traurig und sauer.

Mayersche antwortet, ohne wirklich zu antworten

In einer Antwort auf eine Anfrage unserer Redaktion, wie es mit der Fläche weitergehen soll, schreibt Pia Weingartz von der Geschäftsleitung der Mayerschen aus Aachen, das Café habe doch nach wie vor geöffnet. „Daher sehen wir keinerlei Veranlassung, hier etwas von Schließung zu kommunizieren.“ Wie man bereits einem Stammkunden (Name d. Red. bekannt) mitgeteilt habe, „wird es eine kleine Lösung zum Erhalt von Atmosphäre und dem Genuss einer guten Tasse Kaffee auch weiterhin in Dortmund in unserer Buchhandlung geben.“

Was ist die „kleine Lösung“?

Wir fragten erneut nach, was unter „kleine Lösung“ denn zu verstehen sei. Kunden mutmaßten im Gespräch mit der Redaktion, man plane hier einen Kaffeeautomaten mit einer Handvoll Stühle als Sitzgelegenheit als Ersatz für das Café.

In einer weiteren Antwort von Donnerstag schreibt Weingartz dann weiter: „Leider haben wir keinen anderen Pächter gefunden und sind daher dabei, eine für unsere Kunden attraktive Lösung zu finden.“ Die Fragen, ob hier entweder die hauseigene Firma Kaffeefleck den Betrieb übernehmen wird oder womöglich wirklich eine Maschine anstelle eines Gastronomiebetriebes tritt, bleiben unbeantwortet.

Protest der Stammgäste wird lauter

Zeitgleich wächst der Protest der Stammgäste gegen das Aus ihres Lieblingscafés weiter. Elisabeth Hoynacki gewann für ihre Unterschriftenaktion zusammen mit einer Freundin bis Dienstagabend (4. Juni) nach eigener Aussage noch einmal 70 weitere Unterstützer. Der Gesamtstand erreicht damit 330 Unterschriften gegen die Aufgabe des Cafés in seiner bestehenden Form.

Diese Sammlung habe Hoynacki auch der Geschäftsleitung der Filiale in Dortmund am Dienstag (4. Juni) vorgelegt. Man habe sich dort „recht beeindruckt“ gezeigt. Die Dortmunder Geschäftsleitung will sich nicht äußern – verweist auf die Stellungnahme aus Aachen.

Überwiegend traurige Reaktionen ruft die Nachricht über das Ende des Cafés in bisheriger Form auch in den sozialen Netzwerken hervor. „Schade! War doch immer gut besucht“ oder „Ich finde es sehr traurig und verstehe nicht warum“, heißt es in Facebook-Kommentaren unter unserem Artikel auf der Facebook-Seite unserer Redaktion.

„Nur WLAN abstauben und nichts trinken“?

Ein Nutzer schlägt aber auch andere Töne an „wenn die ganzen ‚Jerks‘ (Englisch für Depp, Trottel oder Blödmann, Anmerkung d. Red.) da nur WLAN abstauben und nichts trinken“, schreibt er. Aber ist mangelnder Umsatz wirklich das Problem?

Eine Frage, die wir auch den Betreibern von „World Coffee“ gestellt haben. Also der Firmenzentrale in Hamburg. Unsere Anfrage von Montag (3. Juni) wurde bis Donnerstag (6. Juni) noch nicht beantwortet. Auf telefonische Nachfrage unserer Redaktion hieß es dazu, dass man mehr Zeit benötige.

Mehr Unterschriften sammeln

Für Elisabeth Hoynacki und ihre Freundin ist jedenfalls klar, dass sie weiter Unterschriften sammeln werden – das nächste Mal am kommenden Samstag, 8. Juni, ab 10 Uhr. Wer sich gegen die Schließung aussprechen möchte, kann sich jederzeit in die Liste eintragen. Einfach an der Theke im Café nachfragen.

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