Sparkassen-Filiale in Dortmund: Überweisungen mit Kontodaten liegen verstreut auf dem Boden

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Seitdem die Filiale ihre Öffnungszeiten verkürzt hat, schieben manche Kunden ihre Überweisungen unter der Tür durch. Mit Blick auf den Datenschutz eine fragwürdige Methode.

von Marc Dominic Wernicke

Wellinghofen

, 30.12.2019, 16:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit November ist die Sparkassenfiliale in Wellinghofen nur noch an drei Werktagen mit Personal besetzt. An allen Tagen ist hier jedoch der Vorraum geöffnet, in dem Besucher an Automaten ihre Geldgeschäfte tätigen können.

Auf einem Foto, das ein Leser aus Wellinghofen im Dezember an die Redaktion schickte, zeigt sich jedoch eine fragwürdige Situation: Hinter der geschlossenen Glastür zwischen dem Vorraum und dem Schalterbereich liegen rund ein Dutzend Überweisungsträger auf dem Boden. Diese wurden offenbar von Kunden der Sparkasse unter der geschlossenen Tür hindurchgeschoben.

Die Sparkasse in Wellinghofen ist nur an drei Tagen mit Personal besetzt.

Die Sparkasse in Wellinghofen ist nur an drei Tagen mit Personal besetzt. © Marc D. Wernicke

Personal ist nur an drei Tagen vor Ort

„Ich selbst bin kein Kunde, habe dort aber am Morgen des 18. Dezember den Geldautomaten benutzt“, sagt der Wellinghofer, der nicht namentlich genannt werden möchte. „Eine ältere Dame wies mich darauf hin, dass dort hinter der Tür zum Schalterbereich Zettel auf dem Boden liegen.“

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Die Sparkasse an der Preinstraße war am besagten Tag – einem Mittwoch – nicht mit Personal besetzt. Seit dem 18. November ist ihr Schalterbereich nur noch montags, donnerstags und freitags von 9 bis 13 Uhr sowie montags und donnerstags auch von 14 bis 16.30 Uhr geöffnet.

Sensible Dokumente waren offen sichtbar

„Die Belege, die dort lagen, waren durch die Tür für jeden lesbar“, so der Leser. Mit Blick auf den Datenschutz nennt er diesen Zustand „inakzeptabel“.

Einen Briefkasten zum Einwurf der Zettel an Tagen ohne Personal gibt es im Vorraum der Filiale im Wellinghofer Zentrum nicht.

Stattdessen befindet sich der Kasten draußen vor der Tür, ist aber mit einem Hinweis versehen, wonach Schecks und Überweisungen „aus Sicherheitsgründen“ nur in den Geschäftsräumen abgegeben werden sollten.

In den Briefkasten der Sparkasse sollen ausdrücklich keine Schecks oder Überweisungsträger eingeworfen werden.

In den Briefkasten der Sparkasse sollen ausdrücklich keine Schecks oder Überweisungsträger eingeworfen werden. © Marc D. Wernicke

„Wir empfehlen unseren Kunden, Überweisungsträger nur während der Öffnungszeiten in den Filialen abzugeben“, erklärt die Pressesprecherin Sophie Donat von der Sparkasse Dortmund auf Nachfrage.

„Um die Daten vor Betrügern zu schützen, sollten sie auch nicht in die Briefkästen vor den Filialen eingeworfen werden.“

Einen Aushang gegen das Durchschieben der Zettel hätten die Mitarbeiter der Wellinghofer Filiale in Betracht gezogen. „Man entschied sich aber dagegen, da ein solcher Hinweis manche womöglich erst auf die Idee bringen könnte“, so Donat.

Es gibt praktische Alternativen

Statt auf Papier könnten Überweisungen jederzeit auch per Online-Banking oder an den Selbstbedienungsterminals (SB-Terminals) in allen Sparkassen getätigt werden.

Kunden in Wellinghofen, die einen Überweisungsträger außerhalb der Öffnungszeiten persönlich abgeben möchten, könnten sich zudem an allen Werktagen zu längeren Öffnungszeiten an die Beratungszentren in Hörde (Hermannstraße 4-6) oder Kirchhörde (Hagener Straße 311) wenden.

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