Kunst, die wachrütteln soll

SCHARNHORST "Schönheit und Erschrecken" so lautet der Titel der Ausstellung von Ursula Richter, die jetzt in der Stadtteilbibliothek eröffnet worden ist.

03.09.2008, 17:26 Uhr / Lesedauer: 1 min

<p>Der Titel des Bildes heißt "kleiner Kollateralschaden" und soll das Grauen des Irak-Krieges verdeutlichen. SaK</p>

<p>Der Titel des Bildes heißt "kleiner Kollateralschaden" und soll das Grauen des Irak-Krieges verdeutlichen. SaK</p>

Der Titel nimmt Bezug auf die Schönheit der Natur und die teilweise erschreckenden Dinge, die die Menschheit damit anstellt. Das Bild "kleiner Kollateralschaden", auf dem ein in ein Leichentuch eingewickeltes Baby zu sehen ist, soll die Grausamkeit des Irak-Krieges demonstrieren. Die Amerikaner betitelten solche Unfälle als kleine Kollateralschäden, so Richter.

Die Ausstellung zeigt gesellschaftskritische Bilder, die die NS-Zeit oder den Irak-Krieg thematisieren. Es sind aber genauso Bilder darunter zu finden, die die reine Schönheit der Natur ausdrücken, wie zum Beispiel Darstellungen über die verschiedenen Wolkenformationen.

Ursula Richter selbst ist in Friedens- und Antifa-Bewegungen aktiv und baut eine Brücke zwischen diesem Engagement und ihrer Kunst. Ursula Richter wurde 1939 in Göttingen geboren und studierte zunächst Malerei und Grafik. Später wandte sie sich vermehrt der Anatomie in Hannover zu, wo sie das Zeichnen und Malen von Grund auf erlernte.

Projekt

Die Künstlerin hat drei Kinder und arbeitete auch in anderen Berufen, ihre Hingabe zur künstlerischen Tätigkeit ging jedoch nie verloren. Zu ihren Arbeitsprojekten gehören unter anderem die Gründung des "gelben Malhauses" in Essen, einer Malschule für Kinder im Vorschulalter.

Seit 1988 steht die eigene künstlerische Tätigkeit wieder im Mittelpunkt.

Die heute in Bödefeld im Hochsauerland lebende Künstlerin arbeitet vorwiegend mit Ölfarben, die sie mit aufgelöstem Harz verdünnt. "So kann ich von der zartesten Tönung bis zur kräftigen Akzentuierung in Schichten vorgehen. Beim Zeichnen bevorzuge ich den spitzen Stift, sei es Blei- oder Buntstift," so Richter.

Die Ausstellung ist auf jeden Fall sehr interessant. Die Vermischung von Gesellschaftskritischem und Schönem schafft eine unglaubliche Stimmung. Die Künstlerin stellt in ihren Werken einzelne Motive zentral in den Vordergrund und lässt diese für sich selbst sprechen.

Sehenswert

Die Bilder sind noch bis zum Samstag (27.9.) zu den gewohnten Öffnungszeiten der Bibliothek zu sehen.

Sara Knapp

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