Kunst mit der Natur

01.07.2007, 18:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Als Besucher muss man schon ein bisschen detektivischen Spürsinn mitbringen, wenn man den Werken des «Hundefängers» auf die Spur kommen will.

Über einen eisernen Steg zwischen alten Laborgebäuden und Kokslöschturm der Kokerei Hansa führt der Weg. Von dort geht der Blick auf den Holzkreis aus aufgeschichteten Zweigen, den der Naturkünstler Rudi Domidian alias Hundefänger scheinbar zufällig auf den rostigen Schienen und halb verdeckt unter Büschen unter der Brücke arrangiert hat. Genauso wie die kleine Holz-Pyramide, die ein paar Meter weiter zwischen alten Rohren und Gemäuern und in den verlassenen Räumen des benachbarten Backsteinbaus «lauern».

Die Begegnung von Industrie und Natur, die die Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur auf der Kokerei Hansa seit Jahren zum Programm erhoben hat, wird beim «Landart-Projekt» des Künstlers Hundefänger sinnlich erlebbar. Stört die Natur die Industrie oder erobert sie sich nur ihren Platz zurück? Und warum wirken die Naturkunstwerke zwischen Rost und Grün wie Fremdkörper, obwohl sie doch eigentlich aus einem Stück Natur vor Ort entstanden sind?

Dieses Spannungsverhältnis zwischen gebauter Umwelt und Natur ist seit Jahren das Thema von Karl Rudi Domidian. Seine Holzkreise hat er so auch schon an Lärm umtosten Autobahnkreuzen in Bochum hinterlassen. Jetzt ist es auf der verlassenen Kokerei Hansa eher ein Ort der Stille. Wobei die Werke hier wie dort immer aus vor Ort gefundenem Material, das mit einem einfachen Messer zurechtgeschnitten wird, zusammengesetzt wird. Letztlich ein Beleg dafür, dass auch Industrie und Natur in einer Symbiose, einer Lebensgemeinschaft, gedeihen können. Oli

Das Landartprojekt «Kokerei Hansa. Natur/Kunst» ist bis Oktober auf der Kokerei Hansa, Emscherallee 11, in Huckarde zu sehen, geöffnet dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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