«Kyrill» ist fast verweht

Sie jubeln. Immer dann, wenn der Sommer nicht so ausfällt, wie der gemeine Bürger es von ihm erwartet. Für die Förster ist das schaurige Wetter vor unseren Fenstern schlicht «gut».

02.07.2007, 18:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

?chlecht war «Kyrill» für sie. Aber der Orkan vom 18. Januar ist fast schon Geschichte und wird den Dortmunder Stadtwald-Hütern nicht so hartnäckig im Gedächtnis hängen bleiben wie den geplagten Waldbauern aus dem Sauerland. Jetzt, knapp ein halbes Jahr nach dem Sturmtief, sind von geschätzten 9000 Festmetern Sturmschaden (ein Festmeter = ein Kubikmeter feste Holzmasse) gut 6500 aufgearbeitet und weitgehend abtransportiert.

Die Stadtwald-Gebiete im Norden sind geräumt. Schlechter sieht es dagegen im Süden aus, wo 8000 der 9000 Festmeter anfielen, darunter vornehmlich Nadelbäume. Allein 3500 Festmeter betrafen die Fichte.

Drei größere Gebiete gelte es noch abzuarbeiten, überschlägt Revierleiter Heiner Beckmann, den wir gestern unterwegs gerade im Buchholz erwischten: «Hier liegt überall Holz aus Einzelwürfen. Und im Wannebachtal haben wir eine größere Fläche.» Die anderen dicken Löcher im südlichen Stadtwald sieht Beckmann am Schießstand in Aplerbeck (0,6 Hektar Buchen-Fläche hat «Kyrill» hier geschmissen), im Fürstenbergholz zwischen Wittbräucker- und Hohensyburgstraße (Buchen und Eichen) und entlang des Dortmunder Golfclubs in der Reichsmark (Eichen). Wiederaufgeforstet seien aber schon fast zwei Hektar.

Insgesamt wird Dortmund rund 250 000 Euro für neue Bäume im «Kyrill-geshredderten» Stadtwald ausgeben müssen. Die Kosten für Wiederaufforstung machen fast ein Drittel des Stadtwaldschadens von 900 000 Euro aus, bilanziert Forstfachmann Sebastian Vetter. Um die Einrichtung eines Nasslagers kam Dortmund herum. Das verkaufte Holz wird von den Firmen u. a. in dem vor zwei Wochen eingerichteten Lager am Hagener Ufer des Hengsteysees zwischengelagert. Ab dem Herbst sollen die zerwühlten Wege wieder gerichtet werden. Beckmann rechnet bei den 63 Kilometern im Süden für gerade einmal zwei bis drei km mit neuer Deckschicht und mit vielen Flickarbeiten auf zehn km.

Warum wünschen sich Förster einen kühl-feuchten Sommer? Der ist schlecht für Waldbrände und den Borkenkäfer! Ulrike Böhm-Heffels

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