Ladenhüter Weihnachtsdeko schon aus Regal geräumt

Münsterstraße

Wenige Wochen vor dem Fest liegt Weihnachtsdeko bleiern in den Regalen? In der Nordstadt will das Kaufhaus-Unternehmen Woolworth ein großes Desinteresse an Glitzer und Co. ausgemacht haben. Es kassierte den überwiegenden Teil des Schmucks wieder ein. Das sind die Gründe.

DORTMUND

, 23.11.2016, 05:23 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ladenhüter Weihnachtsdeko schon aus Regal geräumt

In dieser Woolworth-Filiale gibt es kaum noch Weihnachtsdeko, weil sie aus dem Sortiment genommen wurde.

Eine Kundin hatte aber Interesse und erhielt von einer Kassiererin die Antwort, sie seien ein muslimisches Geschäft. Das berichtete gestern die Bild-Zeitung. Auf Anfrage dieser Redaktion widerspricht die Unternehmenssprecherin der Kaufhauskette, Diana Peisert. Die betroffene Woolworth-Filiale an der Münsterstraße in der Nordstadt sei natürlich kein muslimisches Geschäft.

Religiöse Gründe seien auch nicht ausschlaggebend gewesen, den Weihnachtsschmuck wieder aus den Regalen zu räumen, sondern nur wirtschaftliche. Peisert: "Bundesweit werden Ende September alle Filialen mit Dekoartikeln für Weihnachten beliefert. Spätestens vier Wochen vor Weihnachten schauen wir, wie sich die Ware verkauft."

Nur noch Restbestände

Im Fall der Münsterstraße habe das Unternehmen schon in der 45. Kalenderwoche, am 7. November, die Regale leer geräumt, so die Sprecherin. Bis auf Restbestände, denn es gebe noch Weihnachtsbaumkugeln und Lichterketten in der Nordstadt-Filiale zu kaufen. Am Westenhellweg hatte das Unternehmen im Februar die 300. Filiale eröffnet. Dort findet sich zuhauf knallbunte Deko.

Die von den Kunden verschmähte Ware aus der Münsterstraße wurde in die anderen Woolworth-Läden nach Hörde und Brackel geliefert. "Wir passen unsere Angebote bundesweit an. Das gilt zum Beispiel auch für Süßigkeiten im Kassenbereich oder für Getränke", sagt Diana Peisert. Befinde sich dafür ein anderer Händler in der Nähe, mache der Verkauf dieser Waren keinen Sinn. "Als Unternehmen müssen wir wirtschaftlich denken", so die 22-Jährige. "Wir distanzieren uns auch von anderen Gründen."

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