Lange Staus: Entsetzen über Baustellenplanung im Dortmunder Süden

rnBaustellen und Verkehr

Die Verkehrsteilnehmer im Dortmunder Süden hatten ein Problem: Mehrere Baustellen, die gleichzeitig laufen und dafür sorgen, dass mehr gestanden als gefahren wird. Dann geschah ein Wunder.

Sölde

, 24.08.2020, 15:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für die Verkehrsteilnehmer, die am Montagmorgen (24.8.) den Weg über die Vellinghauser und Sölder Straße eingeschlagen hatten, begann der Tag erst einmal mit Schlangestehen. Vor der neuen Bahnunterführung an der Sölder Straße staute sich der Verkehr – und zwar nicht zu knapp.

Die Verkehrsteilnehmer standen teilweise bis zu einer halben Stunde im Stau, die Busse verspäteten sich. „Wir sind entsetzt über die Bauplanung, das kann man so nicht hinnehmen“, sagt Aplerbeck Bezirksbürgermeister Jürgen Schädel.

Der Verkehr an der neuen Unterführung in Sölde läuft nur einspurig.

Der Verkehr an der neuen Unterführung in Sölde läuft nur einspurig. © Jörg Bauerfeld

Für die langen Staus gab es gleich drei Gründe. Drei Baustellen im Umkreis von gut einem Kilometer, die den Verkehrsteilnehmern das Leben schwer machen. Ein Problem ist die Komplettsperrung der Schwerter Straße. Hier wird, aus Richtung Westen kommend, kurz hinter der Einmündung zur Kortenstraße, eine alte Bahnunterführung („Schwarze Brücke“) erneuert. Drei Monate soll die Straßensperrung dauern.

Wichtige Ost-West-Achse gesperrt

Montagmorgen (24.8.) ist diese wichtige Ost-West-Achse gesperrt worden. Alle Verkehrsteilnehmer aus Lichtendorf, Sölderholz oder sogar Holzwickede, die in Richtung Aplerbeck wollen, mussten über die Sölder Straße und Schlagbaumstraße ausweichen.

Hier wartet aber das nächste Problem. Durch die Arbeiten an der neuen Bahnunterführung an der Sölder Straße und die Neugestaltung der Einmündung zur Schlagbaumstraße, kann der Verkehr in diesem Bereich nur einspurig fließen.

Geregelt wird das durch drei Baustellenampeln. Zwei auf der Sölder Straße und eine an der Schlagbaumstraße. Dementsprechend niedrig ist der Durchfluss von Fahrzeugen während einer Ampelschaltung und entsprechend lang staut sich der Verkehr.

Die Schwerter Straße sollte ab Montag (24.8.) für drei Monate gesperrt werden. Jetzt ist wieder offen.

Die Schwerter Straße sollte ab Montag (24.8.) für drei Monate gesperrt werden. Jetzt ist wieder offen. © Jörg Bauerfeld

Schon vor der Sperrung der Schwerter Straße wurden Bedenken laut, da die Arbeiten an der Bahnunterführung in Sölde noch nicht abgeschlossen seien. Denn Ausweichmöglichkeiten gibt es aus Richtung Süden keine. Der Verkehr muss durch das Nadelöhr an der Sölder Straße geführt werden.

So weit, so gut. Aber gab es keine Planung, die eine Überschneidung der Baumaßnahmen verhinderte? Im Prinzip schon, so hat die lokale Politik mit dem Tiefbauamt abgesprochen, dass das Projekt „Schwarze Brücke“ erst dann angegangen würde, wenn die Baumaßnahmen an der Unterführung in Sölde beendet seien, das bestätigte noch einmal Jürgen Schädel, Bezirksbürgermeister von Aplerbeck (SPD).

„Und das sind sie eben nicht. Von einspurigem Verkehr und Baustellenampeln war damals keine Rede.“

Arbeiten an der Unterführung dauern länger

Und ein weiteres Problem ist noch dazugekommen. Die Stadt Dortmund teilte mit, dass die Arbeiten an der Bahnunterführung Sölder Straße und die damit verbundenen Arbeiten an der Schlagbaumstraße noch bis zum 19. September andauern werden. Im Klartext könnte das bedeuten, dass noch gut vier Wochen das Chaos im Dortmunder Süden tobt.

Jetzt lesen

„Wir haben uns heute Morgen schon mit Brandtelefonaten mit dem Tiefbauamt in Verbindung gesetzt mit der Bitte, die Baumaßnahme an der Schwarzen Brücke erst einmal zurückzustellen“, so Schädel.

Das gehe nicht alles gleichzeitig. „Ein Nachbar von mir musste von Sölderholz über die Schwerter Heide zum Edeka an der Sölder Straße in Sölde fahren, weil gar nichts mehr ging.“

Und es scheint gewirkt zu haben. Denn die letzte Information vonseiten der kommunalen Politik ist, dass die Sperrung der Schwerter Straße wieder aufgehoben wird. Ute Mais, CDU-Ratsmitglied in Sölde, überbrachte die Nachricht telefonisch. Die Arbeiten an der „Schwarzen Brücke“ würden erst beginnen, wenn die Unterführung in Sölde komplett fertiggestellt sei.

Lesen Sie jetzt