Langemeyer im Exklusiv-Interview

DORTMUND Braungebrannt ist er vor gut einer Woche aus dem Urlaub in Südfrankreich zurückgekehrt. Jetzt wartet wieder viel Arbeit auf Oberbürgermeister Dr. Gerhard Langemeyer. Die Gaby Kolle und Oliver Volmerich sprachen mit ihm.

von Von Gaby Kolle und Oliver Volmerich

, 30.07.2008, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie war der Urlaub? Langemeyer: Drei Wochen Sonne und auch Ruhe und ein bisschen Abstand. Das war wunderbar.Das sind die Stichworte: Ruhe und Abstand. Das konnten Sie bestimmt gut gebrauchen. Direkt vor den Ferien kam es ja knüppeldick für Sie. Mit dem Höhepunkt der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen, die Regierungspräsident Helmut Diegel im Streit um die Klinikum-Finanzen gegen Sie angestrengt hat.Langemeyer: Ich bitte um Verständnis, wenn ich zu dem Thema kein Wort sage. Denn die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft laufen.Aber zur Sache: Die Finanznot des Klinikums. Wie geht es für Sie da jetzt weiter?Langemeyer: Ich finde es immer erstaunlich, wie wenig die bereits erreichten Erfolge bei der Beurteilung eine Rolle spielen. 25 Mio. Euro jährlich haben wir schon an Verbesserungen erreicht. Klar ist für uns: Wir erreichen die Wirtschaftlichkeit nur, wenn wir investieren. Deshalb gibt es keine Alternative etwa zum Bau des OP-Zentrums.Warum wehren Sie sich so gegen Gespräche mit Privaten zu einem Einstieg beim Klinikum?Langemeyer: Wir haben mit Privaten Gespräche geführt. Letztlich geht es doch darum: Welche Ziele verfolgt man? Für mich ist klar: Das Gesundheitswesen mit einem Klinikum der Maximalversorgung muss in eigener städtischer Verantwortung bleiben. Und wenn wir uns einen Flughafen leisten können, müssen wir uns auch erst recht ein Klinikum leisten können. Von der Größenordnung her ist das, was beim Klinikum investiert werden muss, in den Jahresraten beherrschbar. Wobei man dazu sagen muss, dass für die Investitionen im Klinikumbereich eigentlich Sache das Land zuständig wäre. Das Land erfüllt seine gesetzliche Verpflichtung nicht. Wir als Stadt sind gezwungen in die Lücke zu springen.Da hatten Sie ja schon mal eine Klage angekündigt.Langemeyer: Die Klage läuft, abgestimmt mit anderen Städten.Ein andere Konfliktpunkt mit Diegel: das Sozialticket.Langemeyer: Der Rat hat beschlossen, dass es kostenneutral für den Haushalt der Stadt laufen soll. Jetzt machen die Stadtwerke die dicke Rechnung auf. Beim Beschluss zum Sozialticket sind wir von Annahmen ausgegangen, die sich so nicht bestätigt haben. Was wir jetzt feststellen, ist, dass doch in einem beträchtlichen Umfang Kunden aus bisherigen Angeboten umgestiegen sind auf das Sozialticket. Damit sind bei den Stadtwerken Verluste entstanden, die jetzt kompensiert werden müssen. Die Einführung ist ja ausdrücklich zur Probe beschlossen worden. Da finde ich den Vorschlag von Ernst Prüsse richtig, über einen neuen Preis nachzudenken – etwa orientiert an Köln. Da kostet das Sozialticket 35 Euro. Hier war zuletzt von 25 Euro die Rede.Langemeyer: Ich will mich jetzt nicht auf den Betrag festlegen. Das wird im Rat noch zu entscheiden sein. Denn letztlich muss der städtische Haushalt die Kosten übernehmen. Im letzten Ratsbeschluss ist dazu gesagt worden: Das Ganze muss haushaltsneutral gestaltet werden. Mit anderen Worten: Das, was wir für das Sozialticket in die Hand nehmen muss vorher durch die Stadtwerke erwirtschaftet werden. Genau deshalb können wir nicht einfach so weiter machen als sei nichts passiert.Im zweiten Teil unseres Interviews spricht Langemeyer über den Flughafen

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