Langes Warten aufs schnelle Internet: Netzausbau in Dortmunds U-Bahn verzögert sich

rnLTE in Dortmunds U-Bahn

Störungsfrei telefonieren und ohne Unterbrechung im Internet surfen: Für Nutzer der Dortmunder Stadtbahnen ist das immer noch Zukunftsmusik. Der Netzausbau lässt auf sich warten.

Dortmund

, 11.03.2019 / Lesedauer: 3 min

Eine Umfrage unter Fahrgästen auf der Facebook-Seite unserer Redaktion vor rund einem Jahr hatte ergeben: Ja, telefonieren und surfen in den Stadtbahnen funktioniert. Im Grundsatz. Nur leider nicht immer. Der Empfang sei oft schlecht und breche häufig ab, so der Tenor.

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Bis heute hat sich daran wenig geändert, wie jetzt eine erneute Umfrage auf unserer Facebook-Seite zeigt. Noch immer überwiegen die kritischen Töne. „Stehe jeden Tag an der Haltestelle Kampstraße, und da geht nix“, schreibt Nutzer Berit. Während der Fahrt könne man schon mal Glück haben. Selbst mit dem Telekom-Netz sei es „teilweise wirklich schrecklich“, berichtet Fahrgast Kevin Antonio. Ab Märkische Straße bis zum Stadthaus habe er generell kein Netz. „Von der Ost-West-Strecke ab Unionstraße stadteinwärts bis zum Ostentor wollen wir lieber erst gar nicht anfangen.“

Modernisierung sollte eigentlich 2018 starten

Die Klagen der Fahrgäste über schlechten oder gar keinen Empfang haben ihren Grund: Die Mobilfunktechnik in den 26 unterirdischen Stadtbahnhöfen über zusammengerechnet 19 Kilometer Tunnelstrecke ist mittlerweile 16 Jahre alt. Eigentlich sollte sie 2018 erneuert werden, wie der Anbieter Telefonica auf Anfrage vor gut einem Jahr erklärt hatte. Daraus ist nichts geworden. Telefonica hat mit den Arbeiten nicht einmal begonnen. Als Begründung nennt Sprecher Florian Streicher „Verzögerungen bei den Planungen und Verhandlungen“.

Details dazu waren auch von den Dortmunder Stadtwerken (DSW21) nicht zu bekommen. „Aber die Verträge mit Telefonica sind jetzt unterschriftsreif“, sagt Sprecherin Britta Heydenbluth. Und der weitere Zeitplan? Auch da blieb Telefonica-Sprecher Streicher eher vage. Sobald die Verträge 2019 unterzeichnet seien, würden die Arbeiten gestartet. Man müsse davon ausgehen, dass sich die Netzmodernisierung bis ins Jahr 2020 ziehe.

Mit LTE-Standard soll alles störungsfrei laufen

Zurzeit müssen sich Fahrgäste im Bereich der unterirdischen Bahnhöfe noch auf den Mobilfunkstandard 2G (fürs Telefonieren) sowie auf UMTS (3G für mobiles Internet) verlassen. Die Technik ist veraltet. Sie war 2006 von E-Plus installiert worden; für das eigene Mobilfunknetz sowie federführend für das Telekom-Netz, für O2 und für Vodafone. Nun hält der Anbieter Telefonica Deutschland die Fäden in der Hand: Als Konsortialführer kümmert sich Telefonica um die Modernisierung des eigenen sowie des Telekom- und des Vodafone-Netzes in den Dortmunder Stadtbahnanlagen. Es soll auf LTE-Standard (4G) umgerüstet werden und den Nutzern ungestörtes Telefonieren, Surfen und Video-Gucken „mit schneller Datenübertragung und in hoher Auflösung“ bieten.

„Die Nutzer werden die Verbesserungen je nach Ausbaustand peu à peu merken“, verspricht Telefonica-Sprecher Streicher. Startpunkt für die Modernisierung werde der U-Bahnhof Stadtgarten sein. Dort laufe die zentrale Netzsteuerung zusammen. Und von dort werde das Netz sternförmig ausgebaut. Dafür müssen kilometerweise Glasfaserkabel verlegt, Antennen in den Bahnhöfen und Verstärker (Repeater) in Tunnelanlagen installiert werden. Zur Höhe der Investition wollte sich der Telefonica-Sprecher nicht äußern.

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