Corona-Impfung

„Langzeitfolgen“ – Dortmunder Experten widersprechen Kimmich

Joshua Kimmich vom FC Bayern München ist noch nicht geimpft. Er verweist auf fehlende Langzeitstudien. Der Sprecher des Dortmunder Klinikums und ein Dortmunder Immunologe widersprechen.
Nach einem Interview bei Sky zum Thema Covid-19-Impfungen erntet Bayernspieler Kimmich Kritik - auch aus Dortmund. © picture alliance/dpa

Nach dem Bundesligaspiel am Samstag (23.10) erklärte Nationalspieler Joshua Kimmich bei Sky, dass er bislang nicht gegen Covid-19 geimpft sei. „Ich habe persönlich noch ein paar Bedenken, gerade, was fehlende Langzeitstudien angeht“, sagte er zur Begründung.

„Eine Impfung ist keine tickende Zeitbombe“

Marc Raschke, Sprecher des Dortmunder Klinikums, geht bei Twitter am Sonntag darauf ein und widerspricht Kimmich. Raschke erklärt außerdem, warum der Begriff „Langzeit“ in der Debatte ohnehin irreführend sei.

„Eine Impfung ist keine tickende Zeitbombe“, erklärt Raschke. Die debattierten Langzeitstudien untersuchten nämlich nicht Symptome, die erst nach mehreren Jahren auftreten, stattdessen meint der Begriff eine langwierige Datenerhebungen.

Für gewöhnlich habe man bei einer neuen Impfung erst nach mehreren Jahren einen ausreichend großen Datensatz, um zu überprüfen welche Symptome statistisch signifikant seien – deswegen spräche man von „Langzeitstudien“.

Die Symptome selbst würden, „wenn überhaupt, bereits in den ersten Tagen und Wochen nach einer Impfung“ auftreten. Bei den aktuellen Corona-Impfungen seien aber bereits ausreichend viele Menschen untersucht worden. Deswegen seien Studien, die sonst längere Zeit in Anspruch nähmen, deutlich schneller veröffentlich worden.

Nebenwirkungen nach einem Jahr? „Gibt es nicht“

So argumentiert auch Prof. Carsten Watzl, Immunologe am Dortmunder Leibniz-Institut und Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie: „Der große Vorteil bei den Covid-19-Impfungen ist ja, dass wir diesen Impfstoff in kurzer Zeit bei vielen Menschen angewendet haben“, sagte Watzl gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

In Deutschland seien es über 100 Millionen Dosen, weltweit über sechs Milliarden. „Daher kennen wir die seltenen Nebenwirkungen wie Sinusvenenthrombosen, Myokarditis und andere bereits.“ Die Covid-19-Impfstoffe seien in Bezug auf seltene Nebenwirkungen bereits besser erforscht als andere Vakzine.

„Nebenwirkungen einer Impfung treten immer innerhalb von wenigen Wochen nach der Impfung auf“, betonte Watzl. „Dass ich heute geimpft werde und nächstes Jahr eine Nebenwirkung auftritt, das gibt es nicht, hat es noch nie gegeben und wird auch bei der Covid-19-Impfung nicht auftreten.“

Mit Material der dpa.