Bartholomäuskirmes ohne Feuerwerk: „Sind jetzt alle vom Greta-Wahn besessen?“

rnVolksfeste in Dortmund

Tierschützer wollen Feuerwerke in Dortmund verbieten lassen. Parallel wird über eine Lasershow als Alternative für die Bartholomäuskirmes debattiert. Die Politik hat sich schon festgelegt.

Lütgendortmund

, 13.02.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Thema bewegt, vor allem in den sozialen Netzwerken. „Ist es eine gute Idee, das Höhenfeuerwerk der Bartholomäuskirmes durch eine Licht- und Lasershow zu ersetzen?“, haben wir gefragt. In rund 70 Kommentaren diskutieren die User darüber sehr kontrovers.

Die Reaktionen auf den Vorschlag der Grünen-Fraktion in der Bezirksvertretung (BV) Lütgendortmund reichen von Aufschrei bis Applaus.

„Bunter Himmel mit wenig Feinstaub“

„Lasershows können cool sein, aber ich denke nicht, dass so was auf die Kirmes gehört“, schreibt ein User. Um sich im selben Moment zu korrigieren: „Dennoch kann man es mal ausprobieren. Vielleicht wird es ja toll.“

Ein anderer pflichtet ihm bei: „Einfach mal was Neues ausprobieren. Meckern kann man nachher immer noch.“

Auch eine Facebook-Userin aus Rheinland-Pfalz meldet sich zu Wort: „Hier in Mainz, wo ich nun schon ein paar Jahre lebe, gibt es ein Fest, das heißt Sommerlichter. Wahnsinns-Lasershow mit Musik. Warum nicht auch auf einer Kirmes?“

Weitere Kommentare pro Lasershow lauten: „Ist doch eine sehr gute Alternative! Bunter Himmel mit wenig Feinstaub.“ und „Ich find’s klasse – gut für die Umwelt, die Ohren und die Kids, denn viele wollen zwar gern schauen, haben aber Angst vor den Geräuschen.“

„Der Umwelt zuliebe ein großer Schritt in die richtige Richtung“

Leserin Melanie Reuter hat uns eine Mail geschickt: „Der Umwelt zuliebe wäre es ein großer Schritt in die richtige Richtung. Außerdem ist es für unsere Tiere auch angenehmer. Diese leiden ja schon an Silvester genug.“

In unserer nicht-repräsentativen Facebook-Umfrage sind die Feuerwerk-Befürworter klar in der Minderheit. „Sind jetzt alle vom Greta-Wahn besessen? Feuerwerk soll bleiben!“, kommentiert ein User.

„Das Feuerwerk soll bleiben, die Kirmes lässt schon nach“

Ein anderer fragt: „Lasershow + Musik = deutlich erhöhter Stromverbrauch = kommt vom Kraftwerk = wo ist da eine Ersparnis im Sinne des Umweltschutzgedankens?“

Ein weiterer fordert: „Das Feuerwerk soll bleiben. 1. Es gehört zur Tradition dazu, 2. Die Kirmes lässt schon nach.“

Dieser User hat seine ganz eigene Meinung zum Klimaschutz: „Wenn die ganzen Klugscheißer hier mit Klimawandel kommen: Guckt euch mal lieber an, was die Fleischindustrie dazu beiträgt. Die ist nämlich die Hauptursache des Klimawandels.“

Eine Premiere für Lütgendortmund wäre eine Lasershow nicht: 2005, als das Dorf sein 855-jähriges Bestehen feierte, gab es schon mal eine.

Eine Premiere für Lütgendortmund wäre eine Lasershow nicht: 2005, als das Dorf sein 855-jähriges Bestehen feierte, gab es schon mal eine. © Stephan Schütze (A)

Anstoß für diese Diskussion war der Grünen-Antrag „Licht- und Lasershow mit Musik statt Feuerwerk zum Kirmes-Abschluss“, der in der Februar-Sitzung der BV Lütgendortmund auf der Tagesordnung stand.

Grüne wollen zusätzlichen Feinstaub und Müll vermeiden

Durch eine Umstellung auf eine Lasershow ließen sich die durch das Feuerwerk entstehenden zusätzlichen Feinstaub- und Müllbelastungen vermeiden. Auch der Tierschutz und die Gefahrenprävention sind weitere Argumente für den Wechsel der Veranstaltungsplanung“, schreibt Fraktionssprecher Frank Meyer.

Punkten konnte er bei den anderen Fraktionen nicht. „Ich halte das für zu kurz gedacht. Statt einer Staubbelastung hätten wir dann eine Lichtverschmutzung“, sagte SPD-Bezirksbürgermeister Heiko Brankamp.

Nach den Einschränkungen bei den Osterfeuern und Silvester-Feuerwerken dürften nicht noch mehr Traditionen verloren gehen.

Licht- und Lasershow ist zu teuer

SPD-Fraktionssprecher Andreas Lieven sprach sich ebenfalls für den Erhalt des Kirmes-Feuerwerks aus – auch mit Blick auf die Kosten. Die seien erheblich günstiger im Vergleich zu einer Licht- und Lasershow.

Jürgen Schröder (CDU) sah es ähnlich: „Wir sind froh, dass in Lütgendortmund noch was los ist. Dieser Gedanke geht zu weit.“

Mehrheitlich (gegen die 3 Grünen-Stimmen) wurde der Antrag abgelehnt. Das letzte Wort als Veranstalter hat die Stadt Dortmund.

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