Eine Szene aus dem Video, das eine lebensgefährliche Aktion zeigt, aber mehrere Zehntausend Mal angeschaut worden ist. © Thomas Thiel
DSW 21

„Lebensgefährlich“: Mann steht in Dortmund auf fahrender U-Bahn

Ein Video eines Mannes, der außen auf einer anfahrenden U-Bahn in Dortmund steht, zieht derzeit seine Kreise im Internet. Die Aktion ist verboten und lebensgefährlich.

Fast 70.0000 Mal ist im Internet ein Video angeklickt worden, das einen jungen Mann auf einer U-Bahn zeigt. Er steht am Ende einer Stadtbahn der Linie U 42 auf einer Kupplung.

Zu sehen ist der Bahnsteig einer Haltestelle, dann fährt die Bahn los und verschwindet in der Dunkelheit. Der Mann bleibt weiter stehen. Ob und wie er den Wagen verlässt, ist nicht zu sehen.

Vorfall an der Haltestelle Schulte Rödding

DSW21 bestätigt gegenüber dieser Redaktion die Echtheit des Videos. Unternehmenssprecher Marc Wiegand sagt: „Der Vorfall hat offenkundig an der Haltestelle Schulte Rödding stattgefunden. Wir stehen dazu in Kontakt mit der Polizei. Die betreffende Person konnte bislang nicht ermittelt werden.“ Es wird aus den Bildern nicht deutlich, wann das Video entstanden ist.

Es handele sich um einen gefährlichen Eingriff in den ÖPNV. „Dies ist keine Ordnungswidrigkeit, sondern stellt einen Straftatbestand dar“, sagt der DSW-21-Sprecher. Zusätzlich könne der Nahverkehrsbetrieb der Person ein Hausverbot erteilen.

Der Dortmunder Polizei ist das Video ebenfalls bekannt. „So etwas ist keine Mutprobe. Wer so handelt, bringt sich in Lebensgefahr“, sagt Polizeisprecher Peter Bandermann. Eine U-Bahn könne 50 bis 60 Kilometer pro Stunde schnell werden, ein Sturz hätte schwer wiegende Folgen.

DSW 21: „Solche Aktionen sind einfach lebensgefährlich.“

DSW 21-Sprecher Marc Wiegand sagt deshalb: „Solche Aktionen sind in keiner Weise zu verharmlosen, sondern schlicht und einfach lebensgefährlich.“

Um solchen riskanten Manövern vorzubeugen, werden die neuen Fahrzeuge in der DSW21-Flotte laut Wiegand im Bereich der Kupplung komplett mit Sensorik ausgerüstet sein. Der Fahrer bekommen dann sofort eine Warnmeldung, wenn jemand sich an die Bahn hängt.

Grundsätzlich beobachte das Nahverkehrsunternehmen regelmäßig die gängigen Social-Media-Plattformen und prüfe in derartigen Fällen rechtliche Schritte. „Solche Vorfälle ereignen sich glücklicherweise sehr selten“, sagt Marc Wiegand.

Mehrere Todesfälle in Dortmund

In der jüngeren Vergangenheit sind in Dortmund mehrfach Menschen bei Unfällen mit U-Bahnen ums Leben gekommen. Zuletzt war im Sommer 2020 ein 16-Jähriger an der Arnoldstraße in der Dortmunder Nordstadt von einer Bahn erfasst worden.

2015 starb ein 20-Jähriger, nachdem er über drei Kilometer von einer Bahn der Linie U43 mitgeschleift worden war. 2014 kam ein Dreijähriger an einer Bahn-Haltestelle in Eving ums Leben, als er unter einen Waggon geriet.

Es gibt mehrere hundert Kommentare zu der Szene von der U42, die zwischen Fassungslosigkeit, Wut über eine dumme Aktion bis zu halb-scherzhafter Anerkennung für die Szene schwanken.

Wegen der bereits erfolgten Verbreitung hat sich diese Redaktion für eine Veröffentlichung und Einordnung des Falles entschieden.

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Redaktion Dortmund
Seit 2010 Redakteur in Dortmund, davor im Sport- und Nachrichtengeschäft im gesamten Ruhrgebiet aktiv, Studienabschluss an der Ruhr-Universität Bochum. Ohne Ressortgrenzen immer auf der Suche nach den großen und kleinen Dingen, die Dortmund zu der Stadt machen, die sie ist.
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Felix Guth

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