Schwarz-gelber Rauch vor dem Stadion und leere Tische in der City am Samstag

rnCoronavirus

Für einen sonnigen Samstag war auffallend wenig los in der Dortmunder City. Händler des Wochenmarktes sind unzufrieden. Eine Fangruppe versammelte sich aber vor dem Stadion.

Dortmund

, 14.03.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Noch vor einer Woche dachten die Dortmunder, der 14. März würde zigtausend Fußballfans in die Stadt bringen und für einen enormen Polizeieinsatz sorgen. Der BVB sollte gegen Schalke spielen - stattdessen war die Innenstadt aber so leer wie selten an einem sonnigen Samstag.

Jetzt lesen

Kein Stau auf dem Wall, keine Schlangen vor den Parkhäusern und eine leere Strobelallee. So sah der 14. März aus, nachdem das Fußball-Derby abgesagt wurde und verschiedene Behörden den Menschen geraten haben, unnötige Kontakte zu anderen Menschen zu vermeiden.

Einsames Kamerateam vor dem Stadion

Vor dem Stadion von Borussia Dortmund war am Mittag nur ein einsames Kamerateam zu sehen, das ein paar Bilder für einen Bericht aufnahm. Ganz vereinzelt spazierten Besucher daher, wie sie auch unter der Woche unterwegs sein würden. Dass 24 Stunden zuvor noch geplant war, dass hier eins der wichtigsten Fußballspiele Deutschlands stattfinden sollte, war keinesfalls erkennbar.

Später am Nachmittag traf laut Deutscher Presse-Agentur ein Fanclub mit rund 30 Personen in einem schwarz-gelben Schulbus ein. Ein Mitglied habe eigentlich seinen Junggesellenabschied in einer VIP-Lounge im Stadion feiern wollen. Nach der Spielabsage wollte die Gruppe immerhin vor dem Stadion ein Foto machen - inklusive schwarz-gelber Rauchpatronen. Virologen sehen solche Zusammenkünfte aktuell äußerst kritisch.

Der Westenhellweg war nicht gerade menschenleer, es war in der City aber weniger los als normalerweise an sonnigen Samstagen.

Der Westenhellweg war nicht gerade menschenleer, es war in der City aber weniger los als normalerweise an sonnigen Samstagen. © Kevin Kindel

Wer regelmäßig in der Dortmunder City unterwegs ist, bemerkte auch dort, dass es kein normaler Samstag war. Zwar waren auf dem Westenhellweg keine riesengroßen Lücken zu sehen - doch für einen der ersten sonnig-frühlingshaften Samstage des Jahres waren doch jede Menge Tische an den Lokalen am Alten Markt frei.

Auf dem Hansaplatz war die Stimmung durchwachsen. „Wir haben weniger verkauft, die Leute waren verhalten“, sagte ein Fischhändler des Wochenmarktes. „Das Wetter war ja heute gut“, meinte ein Mitarbeiter eines Fleischwagens: „Schwer zu sagen, was die Nachrichten ausgemacht haben.“ Für einen so sonnigen Samstag seien viele aber durchaus unzufrieden, erzählte eine Obsthändlerin.

Mit dünnen Handschuhen auf dem Wochenmarkt

„Normalerweise ist es bei uns samstags rappelvoll“, hieß es in einem Imbiss am Alten Markt: „Aber jetzt sehen Sie ja selbst.“ Nur zwei Kunden gaben zu dem Zeitpunkt gegen 16 Uhr am Tresen ihre Bestellung auf.

Diejenigen, die in die City gekommen sind, haben den Wochenend-Bummel allerdings bis auf einzelne Ausnahmen ganz normal verbracht. Nur eine Frau habe er gesehen, die sei trotz der Temperatur von mehr als zehn Grad mit dünnen Handschuhen auf dem Wochenmarkt unterwegs gewesen, erzählt Fischhändler Tevil Akkus.

Lesen Sie jetzt