LEG-Mieter bemängelt weiter Zustände - und spricht von Verschlechterung

rnMietärger in Eving

Es ist nicht das erste Mal, dass es Ärger um die Zustände in LEG-Wohnanlagen gibt. In Eving scheint aber eine neue Dimension erreicht zu sein.

Eving

, 09.08.2020, 13:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dreckige Hausflure, illegal in den Innenhöfen abgeladener Müll und kaum erreichbare Ansprechpartner - der Ärger ist groß bei einigen Mietern der Siedlung am Rübezahlweg in Eving.

Einer von ihnen ist Peter Faßbender. Er lebt seit mehr als zehn Jahren in der Siedlung. Der 57-Jährige ist unzufrieden mit der Wohnsituation. Grund ist der Blick auf die Müllcontainer vor dem Haus - oder besser das, was neben und zwischen den Abfallbehältern liegt.

Die Entsorgung kostet alle Mieter Geld

Achtlos wurden hier Kartons, aussortierte Haushaltsgegenstände und ein alter Röhrenfernseher abgelegt. Die Entsorgung kostet Geld - und zwar alle anliegenden Mieter. Denn die LEG legt die Kosten auf alle Wohnparteien um. Faßbender ärgert das, schließlich sei er nicht für das Chaos verantwortlich.

Aus seiner Sicht trägt die LEG aber eine Mitschuld. Aus Gerichtsurteilen geht zwar hervor, dass der Vermieter die Entsorgungskosten nicht ohne Weiteres auf alle Mieter umlegen darf, wenn der Täter unbekannt ist.

Unbekannte haben einfach einen ausgemusterten Kühlschrank entsorgt

Unbekannte haben einfach einen ausgemusterten Kühlschrank entsorgt. © Henkel

Das gilt aber nur, wenn es nicht regelmäßig zu illegalen Entsorgungen kommt, so wie es im Rübezahlweg der Fall ist. In diesem Fall ist der Vermieter berechtigt, die Kosten weiterzugeben. Aber auch hier gibt es eine Ausnahme: Der Vermieter muss sich Bemühen, das Abstellen von Sperrmüll zu verhindern.

Und hier setzt die Kritik Faßbenders ein: „Früher standen hier Sträucher und Hecken. Die hat die LEG wegmachen lassen. Dadurch ist überhaupt erst der Platz für das illegale Entsorgen entstanden“, sagt er.

Faßbender gibt den Nachbarn und der LEG Schuld

Dennoch sind es die Nachbarn, die ihren Müll einfach auf dem Hausgrundstück entsorgen. „Da sind aber beide schuld“, sagt Faßbender, „die Nachbarn, die für den Müll verantwortlich sind, und der Vermieter, der keine Abhilfe schafft“.

Die LEG verweist hierbei auf die Mieter: „Auch unsere Mieter tragen Verantwortung und müssen ihren Teil zum Gelingen beitragen“, so Pressesprecherin Silke Gottschalk auf Anfrage. „Ab einem gewissen Punkt sind uns die Hände gebunden.“

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Kartons, Haushaltgegenstände und Röhrenfernseher sind derzeit das Ärgernis, das Peter Faßbender beschäftigt. Doch es war sogar schon einmal schlimmer. Vor einiger Zeit lagen mit Fäkalien verdreckte Matratzen im Hof. Das Maß war aber schon vorher voll, wie er sagt.

Beschwert habe er sich schon einige Male, wie Faßbender sagt. Die LEG sei aber kaum erreichbar, wie der 57-Jährige sagt. Das Unternehmen sieht das anders und verweist auf die eingerichtete Hotline und den Rückrufservice, der dabei helfe, Wartezeiten zu vermeiden. Es scheint, als habe die Kommunikation auf beiden Seiten Mängel.

Treppenhäuser sorgen für weiteren Ärger

Doch nicht nur an der Müllproblematik und der Kommunikation mit der LEG nimmt Faßbender Anstoß. Demnach würden die Treppenhäuser nicht ausreichend gereinigt, immer bleibe Dreck zurück. „Die Putzkräfte brauchen für drei Stockwerke gerade einmal zehn Minuten“, berichtet Faßbender.

Eine Nachbarin zeigt uns ihren Hausflur. Dort sind die Reste einer am Boden klebenden Zeitschriftenseite zu sehen. „Das ist schon seit Wochen so“, sagt sie.

Eine Mieterin bemängelt, dass seit Wochen am Boden festklebende Zeitung nicht entfernt

Eine Mieterin bemängelt, dass seit Wochen am Boden festklebende Zeitung nicht entfernt wurde. © Henkel

Die LEG will davon bislang keine Kenntnis gehabt haben, verspricht aber, sich des Problems anzunehmen: „Sollten wir feststellen, dass die Treppenhausreinigung unzureichend durchgeführt wurde, wird dies geprüft und wir werden uns mit dem Reinigungsunternehmen in Verbindung setzen.“

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Die aus Peter Faßbenders Sicht unzureichende Reinigung des Treppenhauses ist nichts Neues. Schon vor einiger Zeit hatten sich der 57-Jährige und seine Nachbarn darüber beschwert.

Gebracht habe das alles nichts, sagt Faßbender, ganz im Gegenteil: „Es ist eher schlechter als besser geworden.“

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