Lena würde nie ins Dschungelcamp gehen

FZW-Konzert

Seit ihrem Sieg beim Eurovision Song Contest vor sechs Jahren zählt Lena Meyer-Landrut zu den Aushängeschildern der deutschen Popmusik. Die 24-Jährige ist dazu Werbegesicht, Jurymitglied, Youtuberin, Synchronsprecherin, Mode-Vorbild. Am Donnerstagabend kommt sie ins FZW – als Sängerin. Wir haben vorab mit Lena gesprochen.

DORTMUND

, 21.02.2016, 02:35 Uhr / Lesedauer: 3 min
Vor sechs Jahren wurde Lena Meyer-Landrut von Stefan Raab bei der Casting-Show zum Eurovision Song Contest entdeckt. „Das war das größte Glück in meinem Leben“, sagt sie im Interview mit unserer Redaktion.

Vor sechs Jahren wurde Lena Meyer-Landrut von Stefan Raab bei der Casting-Show zum Eurovision Song Contest entdeckt. „Das war das größte Glück in meinem Leben“, sagt sie im Interview mit unserer Redaktion.

Was unterscheidet die heutige Lena von der Lena, die den ESC gewonnen hat?

So einiges und dann aber auch gar nicht mehr so viel. Klar, ich bin älter geworden, habe ein paar Sachen dazu gelernt und meine Erfahrungen gemacht. Da verändert man sich natürlich. Ich bin ehrgeiziger und disziplinierter in meiner Arbeit geworden. Das war ich vorher nicht, weil ich vorher nie gearbeitet habe, immer nur zur Schule gegangen bin und gemacht habe, was man machen musste. Mit dem Job habe ich einen Arbeitswillen entwickelt.

Was hat sich nicht geändert?

Mein Charakter hat sich einfach nicht geändert. Ich bin immer noch genauso fröhlich, gut gelaunt und albern.

Die Songs auf Ihrem neuen Album „Crystal Sky“ klingen anders, erwachsener, vielleicht auch moderner als Ihre bisherigen. Haben Sie sich weiterentwickelt?

Ja, ich würde schon sagen, dass es eine Entwicklung gegeben hat. Und ich glaube auch, dass das gut und notwendig ist. Wenn man still steht, macht man etwas falsch. Für mich persönlich ist Entwicklung sehr wichtig, weil ich extrem glücklich darüber bin, das machen zu dürfen, was ich liebe. Und das mit meiner Musik auszudrücken, ist einfach ein riesengroßer Traum, der in Erfüllung gegangen ist.

Warum ist das neue Album aus Ihrer Sicht besonders?

Ich glaube, dass das neueste Produkt, das man macht, immer besonders ist, weil es am besten den Moment beschreibt, wie man sich gerade fühlt. Es ist das aktuellste Ich. Ich fühle mich mit diesem Album am wohlsten, weil ich mich nicht mehr so fühle wie vor drei Jahren.

Haben Sie schon mal überlegt, auf Deutsch zu singen?

Ich plane das nicht aktiv. Aber ich gehe dieses Jahr wieder ins Studio, um anzufangen am nächsten Album zu schreiben, und man weiß ja nie, was passiert.

Viele deutsche Sänger können sich im Deutschen besser ausdrücken. Wie ist das bei Ihnen?

Ich kann mich mittlerweile auch ganz gut auf Englisch ausdrücken. Ich habe das Gefühl, dass ich relativ fließend Englisch spreche und deshalb ist das Texten kein Problem. Ich fühle mich im Moment einfach wohler auf Englisch.

Haben Sie es jemals bereut, dass Sie bei Unser Star für Oslo mitgemacht haben?

Nein, null. Ich bin meilenweit davon entfernt, dass ich das bereuen könnte. Das war das größte Glück in meinem Leben. Es hat mir so viel ermöglicht, ich hab so viel geschafft und erlebt, dass ich das auf gar keinen Fall missen möchte.

Sie sind nicht nur Sängerin, sondern auch Jurymitglied bei The Voice Kids. Auf Ihrem Youtube-Kanal geben Sie Schminktipps. Sie haben schon Filmfiguren Ihre Stimme gegeben. Gibt es etwas, das Sie nie machen würden?

Ich würde nie ins Dschungelcamp gehen. Und ich würde auch nicht Mathematik studieren.

Studieren Sie denn noch?

Nein, das schaffe ich gerade einfach nicht. Das ist zeitlich nicht möglich. Ich bin so viel unterwegs, dass es Quatsch wäre. Ich hab mich einmal eingeschrieben (für Sprachen und Kulturen Afrikas und Philosophie an der Universität Köln, Anm. d. Red.) und es versucht, aber nach zwei Wochen gemerkt, dass es keinen Sinn macht.

Es gibt viele Lena-Fans, aber auch viele, die Sie gar nicht mögen. Woran liegt es, dass Sie polarisieren?

Ich glaube, das ist gar nicht so verkehrt. Ich fände es schlimmer, wenn ich den Leuten egal wäre, als wenn sie sagen: Ich liebe sie oder ich finde sie total kacke. Damit komme ich sehr gut klar.

Sie sind sehr aktiv bei Snapchat. Warum ist das für Sie ein wichtiges Medium?

Ich finde, es ist eins der Medien, die am meisten Spaß machen, weil man aktiv kommunizieren kann. Die Leute lernen einen besser kennen. Ich schaue mir zum Beispiel den Account von Lady Gaga an und finde es total interessant zu erfahren, wie sie so ist, wenn sie redet oder was sie so macht.

Wie viel von Ihnen erfahren Ihre Fans bei Snapchat?

Sie erfahren relativ viel von mir. Da geht es nicht um intime Informationen oder dass ich meinen Freund und meine Familie zeige oder meine Wohnung. Es geht darum, wie man redet, was man sagt und macht. Man lernt eine Person einfach viel besser kennen, wenn man sie im Video auf Snapchat sieht als auf einem Foto bei Instagram.

Es ist nicht Ihr erster Auftritt in Dortmund. Was mögen Sie an den Konzerten hier?

Ich wohne ja in Köln. Deswegen ist der Pott nicht weit und für mich im Moment wie ein Zuhause. Ich liebe die Konzerte um mich herum. Das Publikum ist immer gut drauf. Es macht viel Spaß.

Sie machen viele Clubtouren, statt in die großen Hallen zu gehen. Warum?

Im Club ist es sehr viel intimer. Man hat die Möglichkeit, mal ein paar Gesichter wirklich zu sehen und mit den Leuten in Kontakt zu treten. Ich gehe oft nach den Konzerten zum Merchandise-Stand und unterschreibe Klamotten und CDs. Das ist echt toll.

Haben Sie da schon mal etwas Witziges erlebt?

Da gibt es alles Mögliche. Bei der letzten Tour ist ein Mädchen zu mir gekommen und hat mir ihre Handgelenke gezeigt. Darauf war das Logo von meinem Album tätowiert. Das ist schon echt verrückt.

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