Lichterfest-Fiasko: Veranstalter wollen „über Wiedergutmachungen nachdenken“

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Nach dem Debakel beim Lichterfest haben sich die Verantwortlichen am Montag öffentlich erklärt. Sie bedauern die schiefgelaufene Kommunikation - Versprechen gab es aber keine.

Dortmund

, 02.09.2019, 17:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was ist mit meinem Geld? Diese Frage stellen sich viele Besucher des Lichterfests, die das große Feuerwerk verpasst haben, weil sie den Westfalenpark am Samstag ordnungsgemäß verlassen haben. Auf Facebook, in E-Mails und Leserbriefen fordern sie den Veranstalter, den Westfalenpark, auf, ihnen den Eintrittspreis von 12,50 Euro zu erstatten.

Ob das passieren wird, ist noch offen. Westfalenpark-Chefin Annette Kulozik und Geschäftsführer der Dortmunder Sport- und Freizeitbetriebe, Bernd Kruse, wollten sich am Montag noch nicht festlegen. Irgendeine Wiedergutmachung wird es aber wohl geben.

„Wir werden uns natürlich auch Gedanken darüber machen, wie wir die Menschen zufriedenstellen können, die mit der Erwartung zu uns gekommen sind, bei uns ein Feuerwerk zu sehen - und die letzendlich frustriert nach Hause gehen mussten“, sagte Kruse auf der Pressekonferenz. Konkreter wollte er jedoch nicht werden. Über die Form der Wiedergutmachung wolle man in den nächsten Tagen nachdenken.

Lichterfest-Fiasko: Veranstalter wollen „über Wiedergutmachungen nachdenken“

Stellten sich am Montag den Fragen der Presse (v.l.): Stadtsprecherin Anke Widow, Bernd Kruse, Chef der Sport- und Freizeitbetriebe, Westfalenpark-Chefin Annette Kulozik und Norbert Labudda, technischer Leiter. © Wilco Ruhland

Schiefgelaufene Kommunikation hat Schwachstellen aufgedeckt

In anderen Punkten blieben die Verantwortlichen weniger schwammig. „Wir haben verstanden, dass sich der Kern der Kritik auf die mangelde Kommunikation auf dem Gelände bezieht“, sagte Kruse. Dass manche dachten, die Veranstaltung gehe weiter, und andere enttäuscht nach Hause fuhren, dazu sagt Kruse: „Das hat sicherlich Schwachstellen aufgedeckt, die wir für zukünftige Großveranstaltungen aufarbeiten müssen.“

Parkchefin Kulozik stellt klar, dass die Entscheidung zur Evakuierung innerhalb von wenigen Minuten gefällt werden musste. „Auf den Vorhersagen haben wir Blitze und Wolken gesehen, die vielleicht zehn Minuten entfernt waren“, schildert sie. „Da mussten wir reagieren.“

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Wie es nach der Evakuierung mit dem Fest weitergehen würde, darüber habe niemand im Krisenstab zu dem Zeitpunkt nachgedacht.

Niemand kann zur Evakuierung gezwungen werden

Bei der Frage, warum dann nicht alle Gäste den Park verlassen haben, schaltet sich Norbert Labudda ein, Technischer Leiter des Lichterfests: „Es gab Menschen, die aus freien Stücken nicht gegangen sind“, erklärt er. Dem stünden dann auch Ordner und Veranstalter machtlos gegenüber: „Wir können sie auch nicht mit Gewalt rausschmeißen.“

Ein Problem waren aber sicherlich auch die Worte, die die Moderatoren Steffi Strecker und Michael Hendriks, auf der Radio-91.2-Bühne an das Publikum richteten. Sie wollten gerade den Hauptact Alle Farben ankündigen, als sie aufgefordert wurden, die Evakuierung zu verkünden.

Auf eigene Initiative schickten sie dann hinterher: „Wenn das Gewitter vorbeigezogen ist, können wir weitermachen.“

„Die zwei waren eben optimistisch“, sagte dazu Thomas Grevenbrock, Marketingleiter bei Radio 91.2. Gleichzeitig sagten die Ordner aber jedem Gast, der sie danach fragte, dass die Veranstaltung beendet würde.

Wie läuft die nächste Evakuierung im Westfalenpark?

Und der Vorwurf, das Feuerwerk und die Show von Alle Farben, die nach der Evakuierung gestartet sind, habe nur diejenigen belohnt, die sich den Anweisungen von Veranstaltern und Security wiedersetzt haben? Den kann Kruse nicht nachvollziehen. Er wiederholt, dass man Menschen nicht zum Gehen zwingen könne. Aber man wolle das Problem mit den zuständigen Sicherheitsbehörden besprechen.

Die Sorge, dass sich im nächsten Ernstfall noch mehr Leute einer Evakuierung entziehen, weil sie Sorge haben, sonst das Programm zu verpassen, hält er für pure Spekulation. „Hier muss man jede Veranstaltung separat betrachten“, sagt er.

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