Lidl-Erpresser müssen fast drei Jahre in Haft

Urteil des Landgerichts Dortmund

Sie forderten fünf Millionen Euro und erhöhten den Druck auf Lidl, indem sie vergiftete Lebensmittel in verschiedenen Filialen verteilten. Am Montag sind die beiden 45 und 46 Jahre alten Männer vom Dortmunder Landgericht zu jeweils zwei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden.

DORTMUND

, 30.10.2017, 12:03 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der 45-jährige Mitangeklagte beim Prozessauftakt.

Der 45-jährige Mitangeklagte beim Prozessauftakt. © Werner von Braunschweig

Die Polizei hatte das Duo im Januar festgenommen. Zu diesem Zeitpunkt waren schon in Wuppertal, Sankt Augustin und der Dortmunder Nordstadt Nutella, Zahnpasta und andere Lebensmittel gefunden worden, die mit dem Pflanzenschutzmittel Diuron versetzt worden waren.

Eine Gesundheitsgefahr bestand nach Ansicht von Experten allerdings zu keiner Zeit. „Dafür war die Dosierung absichtlich extrem niedrig gewählt worden“, sagte der Vorsitzende Richter Thomas Kelm in der Urteilsbegründung. „Man hätte wahrscheinlich eine ganze Tonne von den Dominosteinen essen müssen, um überhaupt etwas zu bemerken.“

Lidl bezahlte nicht die geforderten fünf Millionen Euro

Aufregung herrschte bei Lidl natürlich bis zur Festnahme trotzdem. Keiner wusste, zu welchen Mitteln die Erpresser noch greifen würden. Gezahlt wurden die geforderten fünf Millionen Euro in der Internetwährung Bitcoin trotzdem nie.

Beide Angeklagte hatten ihre Beteiligung an der Erpressung bis zuletzt bestritten. Sie werden jedoch unter anderem von einem mutmaßlichen Komplizen belastet. Dieser Mann hat den Richtern übrigens die meisten Rätsel aufgegeben. Als Vertrauensperson arbeitete er offenbar schon länger mit der Polizei zusammen.

Inwiefern die Beamten deshalb möglicherweise schon frühzeitig von der Erpressung wussten, konnte nicht aufgeklärt werden, weil die Polizisten dazu keine Aussagegenehmigung vorlegen konnten.

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