In ihrer Kolumne "Dinner for One" schreibt Charlotte Schuster über Themen, die Singles beschäftigen. © Grafik: Klose
Kolumne „Dinner for One“

Lieber Ex, lass‘ uns wieder Freunde sein

Eine Freundschaft mit dem Ex-Partner? Das können sich wohl die wenigsten vorstellen. Unsere Autorin sieht das etwas anders. Der nächste Teil unserer Single-Kolumne „Dinner for One“.

Trennungen laufen in der Regel immer gleich ab: Beide Parteien sind wütend aufeinander, tauschen ihre verbliebenen Besitztümer aus und gehen getrennte Wege. Für den Moment ist so ein Verhalten auch vollkommen in Ordnung, gerade um die Trennung zu verarbeiten.

Was ich aber nicht nachvollziehen kann ist es, wenn manche Menschen ihren Ex-Partner nach dem Beziehungsende regelrecht hassen. Wie kann man eine Person, die man vor kurzem noch geliebt hat und mit der man sich eine Zukunft vorstellen konnte, plötzlich so verachten? Das begreife ich nicht – es sei denn, die Trennung hing mit Betrügereien, Misshandlungen oder Ähnlichem zusammen. Dann ist es absolut legitim, den Ex zu verabscheuen.

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Meine letzte Trennung verlief auch nicht prickelnd

Bevor mein Ex-Partner und ich eine Beziehung eingegangen sind, waren wir mehrere Jahre lang gut befreundet. Freundschaftlich lief es super zwischen uns, aber für eine Beziehung hat es schlussendlich nicht gereicht. Das fiel uns beiden schwer einzugestehen, weshalb die Trennung auch umso schmerzvoller war. Trotzdem habe ich meinen Ex in keiner Minute gehasst.

Als er seine restlichen Anziehsachen bei mir Zuhause abholte, habe ich zu ihm den beliebten Satz „Wir können doch Freunde bleiben“ gesagt. Klar, im ersten Moment hört sich das nach doofem Dahergerede an, aber ich meinte das vollkommen ernst. Denn nur, weil es mit unserer Beziehung nicht geklappt hat, heißt das ja noch lange nicht, dass wir unsere Freundschaft ebenso wegwerfen müssen.

Es ist gekommen, wie es kommen musste: Mit unserem Beziehungsende war auch unsere jahrelange Freundschaft vorbei. Zwar haben wir uns seither noch häufiger auf Partys getroffen, doch dort ist es bei dem typischen Smalltalk geblieben – total bescheuert.

Freundschaft kann auch ohne Partnerschaft halten

Manchmal klappt eine Beziehung zwischen zwei Personen nicht. Das ist auch okay so. Trotzdem muss die Trennung einer Partnerschaft nicht automatisch bedeuten, dass man den anderen aus seinem gesamten Leben streicht. Schließlich hat man ja nicht umsonst so viel Zeit zusammen verbracht, man mochte sich ja.

Es ist ja schon mies genug, seinen Partner zu verlieren. Der Wegfall eines guten Freundes, der immer für einen da war und der einen so gut kennt wie kaum ein anderer Mensch, macht die gesamte Situation noch tausendfach schlimmer.

Ich weiß, Trennungen tun weh. Manchmal hat man auch das Bedürfnis, seinem Gegenüber den Kopf abzureißen. Aber bevor ihr euch das nächste Mal dafür entscheidet, getrennte Wege mit einem Partner zu gehen, überlegt euch genau, ob ihr diesen auch als guten Freund verlieren möchtet.

Über die Autorin
Freier Mitarbeiter
Neben dem Journalistik-Studium unterstützt Charlotte Schuster die Redaktion in Werne. Im Sommer 2020 hat sie ein Praktikum bei den Ruhr Nachrichten absolviert, welches ihr die schönen Seiten des Lokaljournalismus gezeigt hat.
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Charlotte Schuster