Bruno (l.) und seine Freunde sind mit dem Fanclub-Bus nach Dortmund gekommen - allerdings nicht aus Portugal. © Kevin Kindel
Champions League

Lissabon-Fans feiern in Dortmund – Die lautesten kamen gar nicht aus Portugal

Seit mehr als eineinhalb Jahren hat man diese Bilder nicht mehr gesehen: ausländische Fußballfans, die auf dem Alten Markt in Dortmund feiern. Diese kamen aus Portugal. Aber nicht alle.

Dienstagmittag, die Sonne scheint und viele Menschen sitzen zum Mittagessen auf dem Alten Markt in Dortmund. Unter ihnen sind viele in grün-weißen Fußballtrikots: Anhänger von Sporting Lissabon, dem abendlichen Gegner von Borussia Dortmund in der Champions League.

Die Portugiesen sind damit die ersten internationalen Gäste seit Februar 2020, die wieder Fans mit nach Dortmund bringen dürfen. Damals hatten sich rund 2500 Fans von Paris Saint-Germain vor dem Fußballmuseum getroffen, um im riesigen Marsch über den Wall und die B54 lautstark zum Stadion zu ziehen.

Beim Rückspiel in der französischen Hauptstadt waren wegen der jungen Corona-Pandemie schon keine Zuschauer mehr zugelassen.

Mehrere Polizeiwagen am Alten Markt

Mehrere Polizeiwagen sind auch an diesem Dienstag wieder am Alten Markt zu sehen. Solche Dimensionen wie am Tag des Paris-Spiels erreicht der Besuch der Sporting-Fans aber nicht, weil die Kapazität im Stadion weiterhin begrenzt ist.

Relativ laut ist es auf dem Alten Markt jedoch stellenweise schon, wenn Gesänge angestimmt werden. Dabei sind die aktivsten Fans am Nachmittag gar nicht aus Portugal gekommen.

Der Sporting-Fanclub Luxemburg ist mit einem Bus nach Dortmund angereist, wie ein Fan namens Bruno erzählt. „Ich komme aus Lissabon, lebe aber seit 15 Jahren in Luxemburg“, sagt er auf Englisch.

Wegen besserer Verdienstmöglichkeiten sei er dorthin gezogen. Und diesen Hintergrund haben viele Menschen in Luxemburg: Rund 16 Prozent aller Einwohner des kleinen Landes haben die portugiesische Staatsangehörigkeit.

Keine Antwort auf „Ich liebe dich“

Bei einem Sporting-Spiel in Deutschland sei Bruno im Jahr 2014 schon mal gewesen – ganz in Dortmunds Nachbarschaft: Damals hat der jetzige Zweitligist Schalke 04 noch Champions League gespielt.

Für den gebürtigen Lissaboner ist die Tour nach Dortmund das erste internationale Sporting-Spiel seit zwei Jahren. Er freue sich auf das Stadion und will den Sieg mitnehmen, sagt er lachend. Ihm gefalle, dass die Stadt sei sehr sauber sei, alle Leute hier seien nett.

Nur die Reaktion einer Polizistin habe er nicht verstanden, sagt der Fan grinsend. Als der Portugiese ihr auf Deutsch „Ich liebe dich“ sagte, sei sie einfach weggegangen.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Kevin Kindel, geboren 1991 in Dortmund, seit 2009 als Journalist tätig, hat in Bremen und in Schweden Journalistik und Kommunikation studiert.
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Kevin Kindel