Lkw-Fahrer aus Dortmund wird unfreiwillig zum Impf-Hotline-Tröster

Falsche Nummer

Seit Montagmorgen bekommt Michael S. jede Menge Anrufe von fremden Menschen. Viele sind über 80 Jahre alt, alle wollen einen Impf-Termin. Wegen eines kuriosen Fehlers wird er zum Seelsorger.

von dpa

Dortmund

, 28.01.2021, 12:30 Uhr / Lesedauer: 1 min

Weil seine Handynummer in acht Ziffern gleich mit den Impfhotlines für NRW ist, bekommt Lkw-Fahrer Michael S. aus Dortmund seit Montag zahlreiche Anrufe - und ist zu einem Trostspender für viele ältere Menschen geworden.

„Um 8 Uhr morgens fing das am Montag plötzlich an“, sagte er zur Deutschen Presse-Agentur. Es seien inzwischen „unendlich viele“ Anrufe bei ihm eingegangen: „Einmal hatte ich 63 Anrufe in Abwesenheit. Der späteste war um 21.20 Uhr.“

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Am Donnerstagmorgen „waren es erst vier.“ Der Dortmunder ging – so weit es die Arbeit zuließ – auch ran und sprach mit den Senioren oder deren Kindern, die für die Eltern einen Termin zur Corona-Schutz-Impfung ausmachen wollten.

Einer habe seit zehn Stunden versucht, einen Termin zu kriegen

„Die älteren Menschen waren wirklich verzweifelt“, so der Dortmunder: „Ein 80-Jähriger sagte mir, dass er seit zehn Stunden versucht, einen Termin zu kriegen.“ Michael S. spendete Trost: „Ich habe versucht, die älteren Herrschaften zu beruhigen. Und ihnen gesagt, dass sie ganz bestimmt auch noch einen Termin kriegen.“

Letztlich hätten sich die Anrufer „zigmal entschuldigt“, so Michael S. bei WDR2. „Aber viele Gespräche haben mich wirklich gerührt“, so der Lkw-Fahrer zur dpa.

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