Lokalpolitiker wollen die Unterführung auf der Deggingstraße auf zwei Spuren erweitern

rnInnenstadt-Ost

Lokalpolitiker aus der Bezirksvertretung Innenstadt-Ost wollen die Einbahnstraßenregelung der Unterführung auf der Deggingstraße überprüfen. Es gibt aber mögliche Hindernisse.

Dortmund

, 01.11.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer morgens mit dem Auto aus dem Kaiserstraßenviertel zur B1 unterwegs ist, wählt normalerweise wohl diesen Weg: über die Straße Im Defdahl und die Voßkuhle bis runter zur Kreuzung – inklusive Warten im Rückstau und dann ab Richtung Bochum.

Bislang ist nur das Rechtsabbiegen möglichen

Kürzer wäre es, über die Deggingstraße auf die Märkische Straße oder vorher die Karl-Marx-Straße zu fahren. Das geht aber nicht, weil eine Unterführung im Weg steht. Diese Unterführung verläuft unterhalb einer ehemaligen Bahntrasse und ist für Autos nur in eine Richtung befahrbar: als Rechtsabbieger von der Deggingstraße in Richtung Voßkuhle.

Lokalpolitiker wollen die Unterführung auf der Deggingstraße auf zwei Spuren erweitern

So sieht die aktuelle Regelung aus.

Lokalpolitiker wollen die Unterführung auf der Deggingstraße auf zwei Spuren erweitern

So soll sie im besten Falle bald werden. © Leonie Sauerland

Das will die Fraktion FDP/KE aus der Bezirksvertretung Innenstadt-Ost ändern. Bei einem Gespräch vor Ort besprachen sich die Fraktionsmitglieder Achim Hoefer und Tobias Klein-Endebrock mit dem Anwohner Ralf-Peter Winkelmann. Die drei standen schon beim Kaiserstraßenfest im September zusammen, unterhielten sich und kamen im Laufe der Unterhaltung auf genau diese Stelle zu sprechen. „Wir haben darüber geredet, ob eventuell zweispuriger Verkehr möglich ist“, sagt Winkelmann.

Über den Antrag wird im Dezember abgestimmt

Derzeit führt eine Spur die Autofahrer via Einbahnstraße durch die Unterführung. Für Fahrradfahrer gilt diese Regelung nicht, sie können in beide Richtungen fahren, müssen allerdings ziemlich gut aufpassen, weil die Straße schmal und das kurze Stück Unterführung dunkel ist. „Die Fuß- und Radwege sind zu eng“, sagt Winkelmann: „Das ist hier mitunter ein Angstraum.“

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Das sehen auch Hoefer und Klein-Endebrock so. Daher werden sie für die Sitzung der BV Innenstadt-Ost am 11. Dezember (Dienstag) einen Prüfauftrag einbringen. Sollte dieser Antrag eine politische Mehrheit finden, wird die Verwaltung der Stadt mit der Untersuchung beauftragt, ob eine Verbreiterung von Brücke und Unterführung möglich ist und inwieweit eine zweite Spur eine Entlastung für die Voßkuhle bedeuten könnte.

Hunderte Wohnungen entstehen in den nächsten Jahren

„Es staut sich regelmäßig bis hier herunter“, sagt Tobias Klein-Endebrock. „Ein großer Wurf zur Entlastung ist bislang nicht in Sicht.“ Warum sollte dann nicht das Rechtsabbiegen vom Defdahl in die Deggingstraße möglich werden?

Lokalpolitiker wollen die Unterführung auf der Deggingstraße auf zwei Spuren erweitern

Auf den ersten Blick sieht alles danach aus, als könnten Autofahrer vom Defdahl in die Deggingstraße. Dieses Schild gilt aber nur für die Fahrradfahrer. © Michael Nickel

„Hier wird in den kommenden Jahren ohnehin mehr Verkehr durch die neuen Mieter entstehen“, sagt Achim Hoefer. An der Deggingstraße wird seit Monaten kräftig gebaut, hunderte neue Mieter werden dort hinziehen. Ein paar Meter weiter entsteht zudem das Kronprinzenviertel mit mehr als 600 Wohnungen. Für die gesamte Gegend sind also tragfähige Verkehrskonzepte notwendig.

Ob eine Sanierung der Brücke so einfach möglich ist, wird sich zeigen. Sie befindet sich nämlich im Besitz der Deutschen Bahn. Und „eine Erneuerung ist in der Mittelfristplanung nicht vorgesehen“, schreibt ein Sprecher der Bahn auf Anfrage.

Es dreht sich ums Eisenbahnkreuzungsgesetz

Allerdings gebe es womöglich ein Hintertürchen, denn: „Wo sich öffentliche Wege von Straße und Eisenbahn kreuzen, spricht man von Maßnahmen nach dem Eisenbahnkreuzungsgesetz. Sollte ein Kreuzungspartner seinen Verkehrsweg ändern, erneuern oder stilllegen wollen, hat er den anderen Kreuzungspartner zu beteiligen“, so der Bahn-Sprecher. „Dieser wiederum muss die Maßnahme dulden oder sich an den Kosten beteiligen oder sonstige Maßnahmen einleiten.“ Hierzu gebe es viele diverse Fallvarianten. Allerdings läuft die Planung der Bahn in solchen Fällen mit langfristigem, mehrjährigem Vorlauf.

Unrealistisch ist die Auflösung der Einbahnstraßenregelung nicht. Es bleibt abzuwarten, was bei der Prüfung der Stadt herauskommt.

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