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Dortmunds Planungsdezernent erteilt Waltroper Industriegebiet eine klare Absage

rnIm Dicken Dören

Während die Mengeder SPD mit einem Antrag zum Waltroper Industriegebiet hadert, hat Dortmunds Planungsdezernent Ludger Wilde klare Argumente gegen die Ansiedlung der Firma Langendorf.

Groppenbruch

, 21.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Die SPD im Stadtbezirk Mengede hadert mit einem Antrag zum Industriegebiet „Im Dicken Dören“ an der Stadtgrenze zu Waltrop. Der Dortmunder Planungsdezernent Ludger Wilde hat dagegen eine klare Meinung: In einer Stellungnahme zum Planverfahren beim Regionalverband Ruhr erteilt er den Waltroper Plänen eine Absage. Als Nachbarstadt von Waltrop ist die Dortmunder Verwaltung an diesem Verfahren beteiligt.

Das elfseitige Schreiben, das dieser Redaktion vorliegt, liest sich wie ein schlechtes Zeugnis. Ludger Wilde hat in der Gesamtbetrachtung der Pläne nicht nur „erhebliche Bedenken aus planungs- und naturschutzfachlicher Sicht“. Die Waltroper Gutachten zur Änderung des Regionalplans kritisiert er als „lückenhaft“ und „interessengeleitet“ – „die Gesamtqualität der Untersuchung ist unzureichend“.

Grünzug ist wichtig für das Klima in der Stadt

Inhaltlich verweist Dortmunds Planungsdezernent auf die Bedeutung des Grünzugs für das Klima in der Region. Er sei für die Kaltluftproduktion wichtig. Ziel einer Planung müsse ein Schutz dieser Außenbereichsflächen sein. Dem trage der Waltroper Antrag nicht ausreichend Rechnung.

Beinahe wie eine Petitesse in der Stellungnahme wirkt beim Naturschutz der Hinweis auf die Feldlerche, die im Grünzug nistet und auf der roten Liste gefährdeter Arten steht. Ferner: Wenn die landwirtschaftliche genutzte Fläche durch Industrie versiegelt werde, befürchten die Dortmunder Stadtplaner Probleme mit dem Regenwasser. Direkt an der Stadtgrenze fließt der Groppenbach entlang. Er ist Teil des Landschaftsschutzgebietes.

Erhebliche Bedenken hat Ludger Wilde beim Emissionsschutz. Es geht um Lärm und Licht. Die Stadt Waltrop messe einzelnen Wohnhäusern mit Hofstellen auf ihrem Gebiet eine höhere Bedeutung zu als der Wohnbebauung in Groppenbruch, die weniger als 200 Meter entfernt liegt.

Dortmunder Planer sehen Brachflächen als Alternative

Auch beim Blick auf Alternativstandorte zum „Dicken Dören“ kommen die Dortmunder Stadtplaner zu ganz anderen Rückschlüssen als die Gutachter der Stadt Waltrop. Die untersuchten Flächen böten durchaus Potenzial für eine Ansiedlung des Spezial-Lkw-Herstellers Langendorf.

Kritik kommt an der Auswahl der Alternativen. Sie liegen alle nach Dortmund hin im Süden. Es gebe Brachflächen in der Region, etwa das Knepper-Gelände in Dortmund-Oestrich, die sich besser für ein Industriegebiet eignen als die landwirtschaftliche Fläche am Kanal.

Es bleibt die Frage, warum die SPD-Fraktion einen Antrag zurückzieht, der inhaltlich den Positionen der Stadtplaner folgt. Steckt tatsächlich nur die Rechts-Unsicherheit dahinter, ob die Bezirksvertretung hier beschließen darf? Oder geht ein politischer Riss durch die SPD im Stadtbezirk?

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