Lufti kann endlich wieder auf seinem so wichtigen Therapierad fahren

rnNach Diebstahl

Im Mai wurde André „Lufti“ Luft beklaut. Diebe hatten dem an Spastik leidenden 41-Jährigen sein so wichtiges Therapierad gestohlen. Durch Spenden hat er jetzt wieder ein neues Rad.

Dortmund

, 27.09.2018, 10:38 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Hilfsbereitschaft war groß. Nachdem unsere Redaktion im Mai Luftis Geschichte veröffentlicht hatte, meldeten sich die Menschen bei ihm und wollten ihm Gutes tun. Sie hatten von seiner Spastik gelesen, von seiner schwierigen Kindheit, von seinem Kampf gegen die Krankheit und die Erfolge, die er speziell auf seinem Therapiefahrrad, mit dem er durch Körne fährt, erzielt hat.

Die Menschen halfen schnell

Lufti, für den jeder Gang zu Fuß eine Herausforderung ist, schaffte auf einem speziell angepassten Therapiefahrrad mit drei Rädern eine Runde um den Phoenix-See. Für ihn ein riesiger Erfolg. Anfang Mai wurde sein Rad geklaut.

Damit wurde ihm auch die Möglichkeit gestohlen, seine Muskeln zu lockern, die durch die Spastik verhärten. Ein neues Rad konnte sich Lufti, der von Sozialhilfe lebt, nicht leisten. Also halfen die Menschen.

„Toll, wie er sich immer hochkrabbelt“

Sein Zahnarzt steuerte Geld bei, als er von der Geschichte las. Dr. Harald Eißer behandelt Lufti seit drei Jahrzehnten. „Als ich die Geschichte vom Diebstahl gelesen habe, habe ich direkt gedacht: Da musst du was machen“, sagt er: „Ich finde toll, wie er sich immer wieder hochkrabbelt.“

Lufti kann endlich wieder auf seinem so wichtigen Therapierad fahren

Anfang Mai wurde Lufti beklaut. Sein altes Therapierad stand direkt vor seinem Balkon. Mitten am Tag wurde es gestohlen. © Michael Nickel

Ein Sanitätshaus gab ebenfalls Geld dazu. „Drei, vier Leute haben angerufen und mir ein Rad angeboten, aber es hat nicht gepasst“, sagt Lufti. Es waren Kinderräder. Sein Vater hat ein Schloss und einen Helm bezahlt. Sie alle steuerten Geld für ein Fahrrad bei, das Luftis Taxifahrer bei Ebay gefunden hat. „Es war das gleiche Modell wie vorher“, sagt Lufti. „Es war nur drei Mal benutzt, sogar die Kette war noch sauber. Jetzt hat das Rad aber sogar einen Motor.“

Ein Motorradkoffer fehlt noch

Sein Ergotherapeut Tobias Betke hat das Geld vorgestreckt und das Rad Anfang Juni selbst abgeholt. Was folgte, waren noch Anpassungen. So braucht Lufti spezielle Schalen auf den Pedalen, damit seine Füße nicht abrutschen. Er braucht eine kleine Erhöhung auf dem unteren Rahmen, damit er überhaupt aufsteigen kann. Was fehlt, ist noch ein Motorradkoffer. Dann kann Lufti loslegen.

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Körperlich geht es ihm schon besser, dank einer dreiwöchigen Reha im Sommer. „Ich konnte wieder besser laufen und trampeln. Die Rückenschmerzen sind weg“, sagt Lufti. Jeden Tag wurde er behandelt, neue Tabletten kamen zu seinen ohnehin schon vielen Medikamenten hinzu. Doch das alles hat geholfen.

Seinen Vater hat Lufti schon besucht

Und das neue Rad tut sein Übriges dazu. Denn schon im Kindes- und Jugendalter hat Luftis Vater seinen Sohn in Bewegung gehalten, indem er ihm spezielle Pedale baute, mit denen er Fahrrad fahren konnte.

Die Bewegung half ihm – und hilft ihm auch heute. Ein paar Mal war Lufti nun schon mit seinem neuen Rad zur Probe unterwegs, seinen Vater hat er besucht, zum Einkaufen fährt er damit, sooft es geht. Dafür muss zum Beispiel auch das Wetter mitspielen. Wenn es regnet oder zu kalt ist, geht Lufti mit seinem Ergotherapeuten zum Schwimmen ins Solebad nach Wischlingen. Aber am liebsten fährt er Fahrrad, sagt er. Letzteres kann er jetzt endlich wieder tun. Die Diebe haben nicht gesiegt.

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