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Meinung

Macht endlich Schluss mit dem Sportwelt-Knatsch – die Lösung liegt auf der Hand

Es knirscht zwischen der Stadt und der Sportwelt Dortmund. Die Stadt kritisiert, sie habe kaum Einblick in die Verwendung ihrer Gelder. Dabei könnte das Problem längst gelöst sein, meint unser Autor.

2004 ist der Badbetreiber Sportwelt Dortmund gGmbH an den Start gegangen. Inzwischen betreibt die Gesellschaft acht städtische Hallen- und Freibäder. Die Stadt fährt gut damit. Als privatrechtlich und gemeinnützig organisierte GmbH kann die Sportwelt deutlich preiswerter agieren. Das hat dazu beigetragen, dass die Stadt ihr Bäderangebot über all die Jahre in breitem Umfang aufrecht erhalten konnte.

Die Bäder zur Stadt zurückzuholen, wie es in der Verwaltung vor Monaten andiskutiert wurde, ist keine Option. Die Stadt will auch künftig an „ihrem“ Badbetreiber festhalten, heißt es. Dennoch: Die Zusammenarbeit ist ins Stocken geraten. Zwischen der Stadt und der Sportwelt knirscht es im Gebälk.

Die Stadt kritisiert, sie habe zu wenig Einblick in das Geld, das sie dem Badbetreiber überweist. Dazu gehören unter anderem rund 2,5 Millionen Euro Betriebskostenzuschuss pro Jahr. Davon liegen zurzeit rund eine Million Euro auf Eis.

Vor Auszahlung möchte die Stadt einen vom Wirtschaftsprüfer unterzeichneten Jahresabschluss 2020 sehen. Der ist überfällig und hätte Ende Juni vorliegen müssen. Die beiden nebenamtlichen Geschäftsführer der Sportwelt kontern mit dem Argument der „hohen Arbeitsbelastung“.

Stadt wird misstrauisch – Badbetreiber muss jetzt liefern

Doch das reicht nicht: Die städtischen Sport- und Freizeitbetriebe werden zunehmend misstrauisch. Und fragen sich, wie es um die Finanzen des Badbetreibers wirklich bestellt ist.

Die DLRG, Mitgesellschafter der Sportwelt, wollte sogar schon gerichtlich die Abberufung der beiden Geschäftsführer erzwingen lassen. Die Sportwelt wäre gut beraten, keine weiteren Angriffsflächen zu bieten. Sondern endlich zu liefern und Zahlen sprechen zu lassen. Transparenz muss das Gebot der Stunde sein. Zudem müssen Veränderungen her.

Die Stadt hat per Vertrag die Möglichkeit, der Sportwelt einen mit Politik und Verwaltung besetzten Beirat an die Seite zu stellen. Man fragt sich, warum das nicht längst passiert ist – der Knatsch währt nicht erst seit gestern. Zwar hat der Beirat nur empfehlenden Charakter. Er könnte sich aber regelmäßig über den Fortgang der Arbeiten sowie über die finanzielle Entwicklung berichten lassen.

Im November, bei der Gesellschafterversammlung, soll das Thema endlich auf die Tagesordnung. Obendrein soll jetzt die Stelle für einen hauptamtlichen Geschäftsführer ausgeschrieben werden – auch das ein Vorhaben, das wegen interner Streitigkeiten der Gesellschafter immer wieder auf die lange Bank geschoben worden ist.

Beim Treffen im November ist auch die DLRG gefordert, Farbe zu bekennen – und offen zu sagen, ob sie die Änderungen will. Es wird höchste Zeit, die Sportwelt in ruhiges Fahrwasser zu manövrieren.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Jahrgang 1961, Dortmunder. Nach dem Jura-Studium an der Bochumer Ruhr-Uni fliegender Wechsel in den Journalismus. Berichtet seit mehr als 20 Jahren über das Geschehen in Dortmunds Politik, Verwaltung und Kommunalwirtschaft.
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