Männer sind so verletzlich

07.02.2008, 19:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Männer sind so verletzlich

Na klar, von unseren Helden wissen wir, dass sie den Kampf mit dem Mammut überlebten. Nicht immer, aber immer öfter (weil die Waffen besser wurden und das gute Tier eines Tages ausstarb). Und wir wissen, dass sie unverletzlich sind, wenn sich nicht gerade so ein blödes Blatt auf den Rücken legt beim Bad im Blut des Drachen, den man soeben erlegt hat. Wozu also Vorsorgeuntersuchung, Früherkennung? Ja von was denn, bitteschön?

Wir belauschten ein Kaffeekränzchen unter Männern - wobei in diesem Fall der Kaffee nach Bier roch. Was sich da an die Pilsgläser klammerte, war eine eingeschworene Bande von Feiglingen, allesamt im besten Früherkennungs-Alter. Mit kräftigem Schulterschlag gaben unsere Alpha-Männchen ihren Thesen mehr Gewicht. Warum also wollen sie sich nicht regelmäßig auf Herz und Nieren abgreifen lassen?

"Ärzte sind Quacksalber." (Eine Auffassung, die selbst unter Medizinern verbreitet ist: Sie meiden sich gegenseitig wie die Pest).

"Ich bin doch nicht schwul und lass' mich da hinten betatschen."

"Schon als Kind bin ich davongerast, wenn ich nur ein Zäpfchen sah. Und jetzt soll ich mich auf diesen Stuhl...."

"Bei meinen Genen blüht mir das ewige Leben. Onkel Franz (wahlweise zu ersetzen mit Hans, Willy, Fritz etc.) hat täglich 80 Zigaretten geraucht und wurde 90."

"Der Horst aus dem Sportverein ging immer zum Arzt, und jetzt liegt er schon drei Jahre unter der Erde."

"Was von alleine kommt, geht auch von alleine."

Dann alle: "So isses. Prost, ihr Lieben!"

Plötzlich vermisst die Runde ihren Klaus. Letzte Woche gab er doch noch Rauchzeichen. Peter weiß Bescheid: Klaus fiebert, hat Schnupfen, kann sich nicht mehr auf den Beinen halten. Die Frau an seiner Seite macht ihm Mutter Theresa, richtet viertelstündlich sein Krankenbett, kippt Tee in ihren gebrochenen Helden, wacht die Nächte durch und geht morgens hinaus ins feindliche Leben: Koteletts schießen an der Fleischtheke - für ihr geschwächtes Virenopfer.

P.S.: Kann's sein, dass schon ein schnöder Schnupfen die tapferen Ritter dreimal so lange hinstreckt wie die stärkste Angina das schwache Geschlecht?

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