Männer sollen Freier in Sex-Falle gelockt haben

rnVerhängnisvolle Treffen

Zwei Männer sollen mit einer Komplizin Freier in eine Sex-Falle gelockt und dann ausgenommen haben. Diebstahl und Betrug sind nicht die einzigen Vorwürfe - sondern auch brutale Übergriffe.

Dortmund

, 27.10.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schwere räuberische Erpressung, Diebstahl, Betrug und gefährliche Körperverletzung - unter anderem diese Delikte wirft die Staatsanwaltschaft einem 23-Jährigen aus Hagen vor. Er soll mit einem anderen Mann und einer Komplizin zahlreiche Freier in eine Sex-Falle gelockt und sie dann ausgenommen haben. Sein mutmaßlicher Komplize ist dafür bereits vor einigen Wochen zu über vier Jahren Haft verurteilt worden. Das Urteil ist rechtskräftig.

Tatzeit Ende 2019

Laut Anklage kam es zwischen dem 13. und 20. Dezember 2019 zu einer ganzen Reihe von Straftaten. Die Übergriffe auf die Freier sollen sich stets nach demselben Muster zugetragen haben: Die Frau schaltete im Internet eine Anzeige, in der sie sexuelle Dienstleistungen gegen Bezahlung anbot. Kaum hatte sich ein Interessent gemeldet, wurde als Treffpunkt dessen Wohnung oder ein Hotel ausgemacht.

Haus- oder Hotelbesuch

Vor Ort angekommen, soll die Frau zunächst das Geld kassiert und die Freier dann noch einmal zum Duschen geschickt haben. Und kaum standen diese unter dem Wasserstrahl, nutzte sie offenbar die Situation aus und rannte aus dem Zimmer.

Die Beute soll anschließend unter den drei Tätern aufgeteilt worden sein.

Zwei dieser Taten sollen sich in Dortmund ereignet haben. Die Freier hatten ihre Online-Bekannte in Hotels am Wall eingeladen und wurden dann bitterlich enttäuscht.

Tobias Eskowitz (li.) und Andreas Trode haben die Verteidigung des Angeklagten übernommen.

Tobias Eskowitz (li.) und Andreas Trode haben die Verteidigung des Angeklagten übernommen. © Martin von Braunschweig

Zwei mutmaßliche Opfer aus Dortmund

Bei einem gingen die Täter laut Anklage aber sogar noch einen Schritt weiter. Nach der Flucht der Frau meldeten sie sich per Kurznachricht bei dem Freier und forderten die Überweisung von weiteren 450 Euro. Andernfalls würden sie ein Bild von ihm veröffentlichen und dazu schreiben, dass er sich mit Prostituierten treffe. Der Mann zahlte offenbar.

Zumindest blieb dieser Freier aber körperlich unversehrt. Wesentlich schlechter erging es da zwei Männern, die sich nacheinander in Wuppertal mit der Frau verabredet hatten. Sie bemerkten nämlich offenbar, dass die angebliche Prostituierte flüchten wollte und sollen sie deshalb zur Rede gestellt haben.

Knochenbrüche und Platzwunden

Laut Staatsanwaltschaft alarmierte die Frau in diesem Moment aber ihre beiden vor der Wohnung wartenden männlichen Mittäter - und diese sollen die Freier anschließend grün und blau geschlagen haben. In der Anklageschrift ist von einem gebrochenen Arm, einem gebrochenen Handgelenk, Platzwunden und einem schweren Schädel-Hirn-Trauma die Rede.

Angesichts der Tatsache, dass dieselbe Strafkammer des Landgerichts bereits gegen den mutmaßlichen Komplizen verhandelt und diesen schuldig gesprochen hat, überlegt nun auch der 23-Jährige, ein umfassendes Geständnis abzulegen. Gegen die ebenfalls beteiligte Frau wird natürlich ebenfalls ein Prozess geführt werden.

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