Mäuse in der Thier-Galerie: Am Westenhellweg wird alles auf den Kopf gestellt

rnSchädlinge im Shopping-Center

Nach dem Mäusebefall in der Thier-Galerie geht äußerlich alles seinen normalen Gang. Doch die Nager bleiben ein Thema. Hätte der Mäusebefall verhindert werden können?

Dortmund

, 31.10.2019, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Donnerstag sind die Auslagen der 24 Gastronomie- und Lebensmittelbetriebe in der Thier-Galerie wieder gefüllt. Lebensmittelkontrolleure des Ordnungsamts hatten am Mittwoch bei einem unangemeldeten Besuch die vorübergehende Schließung und eine Grundreinigung angeordnet.

Sechs Betriebe öffneten erst am Donnerstag wieder, weil sie nicht vorher fertig geworden waren. Centermanager Markus Haas möchte nun die „Sicherheit haben, dass es nicht wieder vorkommt“. Deshalb wurden die Giftköder auf dem Gelände ausgetauscht. Außerdem überprüfe man in Kürze gemeinsam mit allen Mietern die 30.000 Quadratmeter Verkaufsfläche in der Thier-Galerie.

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„Wir gehen durch alle Mietbereiche, untersuchen Decken-Zwischenräume und protokollieren alles“, sagt Markus Haas. Dem Ordnungsamt hat die Leitung des Einkaufscenters aus dem Hamburger Unternehmen ECE Projektmanagement einen Maßnahmenkatalog vorgelegt.

„Die meisten machen erst etwas, wenn es zu spät ist.“

Wäre das Eindringen von Mäusen in die Thier-Galerie zu verhindern gewesen? Es gibt die europaweit gültige HACCP-Richtlinie, die alle Geschäfte, die mit frischen oder verarbeiteten Lebensmitteln arbeiten, erfüllen müssen. Unter anderem muss ein Schädlingsbekämpfer beauftragt werden, regelmäßig einen Betrieb zu überprüfen.

Der Dortmunder Schädlingsbekämpfer Tim Krause sagt aus seiner Erfahrung: „Dadurch kann man einen Befall verhindern. Aber die meisten machen erst etwas, wenn das Ordnungsamt kommt und es schon zu spät ist. Dann reicht Saubermachen nicht mehr aus.“

Laut Centermanager Markus Haas gibt es ein solches präventives System auch in der Thier-Galerie. Wenn es einen Befund gebe, müsse man entsprechend reagieren. Der Mäusebefall war am Dienstag (29.10.) allerdings durch eine unangemeldete Kontrolle des Ordnungsamts aufgefallen.

Ordnungsamt kündigt Nachkontrollen in der Thier-Galerie

Rund 2300 solcher Kontrollen gibt es jährlich in Dortmund. „Die Häufigkeit kann je nach Betriebsart, Zustand der Betriebsstätte und Produktrisiko von sehr kurzen Abständen von monatlich bis hin zu dreijährlich variieren“, sagt Stadtsprecher Maximilian Löchter. Beim größten Teil der Betriebe bestehe eine jährliche Kontrollfrequenz. Für die Thier-Galerie kündigt Maximilian Löchter Nachkontrollen an. „Von diesen Ergebnissen hängen weitere Maßnahmen ab.“

Fest steht: Dortmund hat speziell in der dicht besiedelten Innenstadt ein Problem mit Schädlingen. Schädlingsbekämpfer Tim Krause sagt: „Schaben, Mäuse und Ratten sind hier überall.“ Es sei deshalb wichtig, dass sich Betriebe an die präventiven Maßnahmen halten, deren Kosten deutlich geringer sind als der Verlust durch eine vorübergehende Schließung.

So entwickelt sich das Rattenproblem in der Innenstadt

Stadtsprecher Maximilian Löchter teilt auf Anfrage dieser Redaktion mit, dass die Meldungen über Ratten „auf einem konstanten Niveau“ liegen. Die Innenstadt sei nicht häufiger betroffen als das übrige Stadtgebiet.

In Dortmund gibt es, wie in anderen Großstädten auch, viele Ratten. Ihre genaue Zahl ist unbekannt. Es gibt einen jährlichen Aufruf an alle Bürger Dortmunds, die Stadt zu unterstützen und ihr zu melden, wenn sie Ratten sehen. Private Grundstückseigentümer haben die Pflicht, die Nager zu bekämpfen.

Ratten und auch Mäuse können laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung Krankheiten wie die Hantavirus-Infektion übertragen. Das Hantavirus verbreitet sich in diesem Jahr so stark wie noch nie.

Zudem kann es zu wirtschaftlichen Schäden durch die Nager kommen, wenn sie Holz oder Kabelisolierungen zerstören.

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