„Das war schon heftig“ – Anika (34) berichtet vom Testurlaub auf Mallorca

rnUrlaub in Corona-Zeiten

Spaniens Grenzen sind wieder geöffnet. Anika Szameitat (34) hat zwei Tage Testurlaub auf Mallorca gemacht – und würde es wieder tun.

Dortmund, Schwerte

, 24.06.2020, 06:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gespenstische Leere am Flughafen, Maskenkontrollen und freie Notfall-Stockwerke im Hotel. Langsam, ganz langsam, rollt der Tourismus auf Mallorca wieder an.

„Das war cool, mir hat das gut gefallen“, sagt Anika Szameitat (34) am Dienstag (23.6.) im Gespräch mit unserer Redaktion. Am Tag zuvor erst war sie wieder in Frankfurt gelandet. Von Sonntagmorgen bis Montagnachmittag war die Mitarbeiterin des Tui-Reisecenters in der Dortmunder City als Testurlauberin an der Playa de Palma.

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Der Alarmzustand in Spanien ist seit Sonntag (21.6.) aufgehoben und somit auch der Urlaub für Touristen aus der EU (mit Ausnahme Portugals) auf Mallorca wieder möglich.

Gespenstische Leere am Flughafen

Anika Szameitat war jetzt Teil eines Kurztrips für Reisebüro-Mitarbeiter, um die „neue Reisenormalität“ auf Mallorca persönlich kennenzulernen und die Hygienkonzepte zu testen – organisiert vom Reiseveranstalter DER-Touristik, der Fluglinie Condor und der Hotelkette Iberostar.

Die Auswirkungen der Pandemie waren während ihrer Reise allerdings noch deutlich zu spüren, meint die Reiseverkehrskauffrau aus Schwerte. „Alles erinnert an Corona, das zieht sich die ganze Reise durch. Alles war darauf ausgerichtet.“

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Das zeigte ihren Erzählungen nach schon der Hinflug: Sowohl am Frankfurter Flughafen als auch am Flughafen in Palma sei es „gespenstisch leer“ gewesen. „Das war schon heftig“, sagt die 34-Jährige.

Der Check-In funktioniere nur noch online, das Einsteigen war genau geregelt und im Flugzeug herrschte durchgehend Maskenpflicht. Nur für das Essen habe man die Maske abnehmen dürfen, berichtet sie. Zu essen gab es Lunchpakete - Sandwiches und Kleinigkeiten.

Urlaubsgefühl trotz leerer Straßen

Auf der Insel selbst waren auch die Straßen ungewohnt verwaist. Die meisten Geschäfte hatten geschlossen, berichtet Anika Szameitat. Doch obwohl „alles an Corona erinnert“, habe sich bei ihr ein Urlaubsgefühl eingestellt, sagt die Testurlauberin.

Der Kurzulraub habe Annika Szameitat sehr gut gefallen - obwohl die Auswirkungen der Corona-Pandemie deutlich zu spüren waren.

Der Kurzulraub habe Annika Szameitat sehr gut gefallen - obwohl die Auswirkungen der Corona-Pandemie deutlich zu spüren waren. © Privat

„Man kann im Grunde alles machen“, sagt sie. Zum Strand gehen oder die Sehenswürdigkeiten besuchen – „alles natürlich auf Abstand“. Maskenpflicht am Strand gibt es nicht. Auffällig sei hier aber gewesen, dass es noch nicht überall wieder Liegen und Sonnenschirme gebe.

Mund-Nasen-Schutz muss im Freien unter Einhaltung der Mindestabstände generell nicht getragen werden. Eine Maske sollten Urlauber dennoch stets bei sich tragen, empfiehlt Anika Szameitat. „Die spanische Polizei kontrolliert dort, ob man eine Maske dabei hat. Wenn nicht, gibt es ein Bußgeld“, sagt sie.

Während das Leben auf den Straßen mit der Zeit zurückkehren wird, gehen Ballermann-Party-Urlauber aber noch leer aus. Die Party-Hochburgen – „Mega-Park“, „Bierkönig“ und wie sie alle heißen – bleiben vorerst geschlossen.

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„Die Leute müssen eigentlich keine Angst haben“

„Ich persönlich würde es wieder machen“, sagt Szameitat. Auch vor ihrer Reise habe sie wenige Bedenken gehabt. Und wer sich von Maskenpflicht und Mindestabständen nicht abschrecken lasse, könne ruhig in den Urlaub fahren, meint sie.

„Die Leute müssen eigentlich keine Angst haben“, sagt sie. Mit zu dem Hygiene-Konzept gehöre etwa, dass die Hotels ganze Etagen für den Notfall freilassen und somit im Falle einer Corona-Infektion nicht komplett unter Quarantäne gestellt werden müssen.

„Es war schön, einfach mal wieder rauszukommen, andere Leute zu sehen und ins Meer zu können“, sagt Szameitat. Und auch die Spanier hätten sich „total gefreut“. „Auf der Insel gibt es quasi keinen Bewohner, der nicht von der Flaute im Tourismus betroffen ist“, gibt die Reisebüro-Mitarbeiterin zu bedenken.

Info

Schon in der vergangenen Woche konnte eine begrenzte Zahl Deutscher, Testurlauber auf Mallorca spielen, bevor es zur richtigen Grenzöffnung kommen sollte. Die war ursprünglich für den 1. Juli geplant. Mit Aufhebung des Alarmzustands ist die Begrenzung der Touristenmenge weitestgehend aufgehoben.
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