Mario Krüger (Grüne) rechnet mit SPD ab

DORTMUND Wer noch glaubt, dass Mario Krüger auf seine OB-Kandidatur für die Grünen zugunsten der Genossen und ihres OB-Kandidaten Ullrich Sierau verzichten wird, dem dürften spätestens nach dem Europaparteitag der Grünen am Wochenende in der Westfalenhalle erhebliche Zweifel kommen; denn dort rechnete der Sprecher der grünen Ratsfraktion in einer kurzen Rede vor allem mit dem Noch-Partner SPD ab.

von Von Gaby Kolle

, 25.01.2009, 19:37 Uhr / Lesedauer: 1 min

Vor 840 Delegierten, die aus dem ganzen Bundesgebiet angereist waren, erklärte Krüger: „Einige von euch mögen vielleicht noch glauben, ihr seid in der pulsierenden und kraftstrotzenden Herzkammer der Sozialdemokratie angekommen. Ich kann euch sagen, diese Zeiten sind schon längst vorbei.“

Nein, die SPD sei „schwindsüchtig“, leide an „massiven Herzrhythmusstörungen“, kritisierte Krüger und plauderte aus dem Nähkästchen, indem er sich auf die Bewerber um die OB-Kandidatur der SPD berief. Beide Kandidaten, Sierau und Stüdemann, hätten ihm erklärt, „dass ihre Image-Tour durch die Ortsverbände zeitweilig einem Gang durch die Dortmunder Altersheime glich.“

Der Knackpunkt zwischen Rot-Grün im Rat: der Flughafen. Krüger warb um Unterstützung im Kampf gegen den weiteren Ausbau, für den schon – meist kreditfinanziert – 250 Mio. € „zur Befriedigung dieser Weltstadt-Allüren“ ausgegeben worden seien. Mit großer Mehrheit folgte der Europaparteitag gestern dem Nein des grünen Kreisverbandes zum Ausbau der Start- und Landebahn, zur Verlängerung der Betriebszeiten und zu einer Luftverkehrspolitik auf Kosten von Mensch und Umwelt.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt